Menü

10 Spartipps beim Zahnersatz

Stand:

Zahnersatz kann teuer werden. Wer die Kassenleistung wählt, muss in der Regel die Hälfte der Kosten selbst bezahlen, und bei jeder Versorgung darüber hinaus steigt der Eigenanteil. Hier unsere Spartipps:

Geld sparen beim Zahnersatz - Frau mit Sparschwein
Off
Tipp 1: Berücksichtigen Sie die Regelversorgung

Die Regelversorgung ist die preiswerteste Lösung beim Zahnersatz. Die Regelversorgung wird stets wissenschaftlich überprüft und ist keinesfalls minderwertig.

Wenn die Kassenleistung schlecht dargestellt wird, sollten Sie wissen, dass Zahnärzte laut Gesetz verpflichtet sind, Patienten umfassend aufzuklären, also auch über Risiken, Kosten und Alternativen. Gesetzlich Versicherte haben einen Anspruch auf die Regelversorgung. Zahnärzte können jedoch ein finanzielles Interesse daran haben, Patienten mehr anzubieten, denn dann rechnen sie ganz oder teilweise nach der privaten Gebührenordnung ab.

Mehr Infos: Eigenanteil und Festzuschuss - Was zahlt die Kasse?

Tipp 2: Senken Sie Ihren Eigenanteil mit dem Bonusheft

Wer regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt nachweisen kann, bekommt zusätzlich zum Festzuschuss einen Extra-Zuschuss von der Krankenkasse.

Ohne Bonus übernimmt die gesetzliche Krankenkasse rund 50 Prozent der Kosten für die Regelversorgung. Wer mindestens fünf Jahre lang einmal jährlich beim Zahnarzt war, erhält 60 Prozent der Kosten (der Festzuschuss erhöht sich um 20 Prozent). Bei mindestens zehn Jahren sind es 65 Prozent (der Festzuschuss erhöht sich um 30 Prozent).

Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr müssen dafür zweimal pro Jahr zum Zahnarzt gehen. Das Bonusheft wird ab dem zwölften Lebensjahr ausgestellt. Der Zahnarzt kreuzt bei Erwachsenen die „zahnärztliche Untersuchung“ an, bei Kindern und Jugendlichen das Feld „Individualprophylaxe“. Wichtig sind Untersuchungsdatum und Praxisstempel.

Tipp 3: Zahnzusatzversicherung: Gut prüfe, wer sich bindet

Zahnzusatzversicherungen können im besten Fall zusammen mit dem Anteil der Krankenkasse 80 bis 95 Prozent der Kosten abdecken, also auch bei teurem Zahnersatz, und somit einen hohen Eigenanteil deutlich abfedern.

Allerdings können sich die Tarife deutlich unterscheiden, weshalb vor einem Abschluss die Details gut zu prüfen sind. Die Nachteile:

  • Meist decken Zahnzusatzversicherungen nicht alle privaten Zuzahlungen zu 100 % ab.
  • Meist können Leistungen erst nach einer Wartezeit in Anspruch genommen werden.
  • Seit einer 2013 erfolgten Änderung des Versicherungsvertragsgesetzes können Versicherte vor Behandlungsbeginn Auskunft über den Umfang des Versicherungsschutzes verlangen, wenn die Kosten voraussichtlich 2000,- € überschreiten werden. Allerdings kann im Einzelfall auch bei Kosten unterhalb von 2000,- € ein Anspruch auf Auskunft bestehen.

Zudem sollte man den finanziellen Gesamtaufwand im Blick haben: Die Beträge reichen je nach Vertrag und Alter des Versicherten von 13 bis zu mehr als 60 Euro im Monat. Das sind bis zu 720 Euro im Jahr.

Die Stiftung Warentest hat 2016 im Heft Finanztest 209 Zahnzusatzversicherungen untersucht.

Tipp 4: Fragen Sie nach Alternativen

Zahnärzte mit Kassenzulassung sind verpflichtet, Kassenleistungen anzubieten. Sie dürfen diese nicht als mangelhaft darstellen und eine Behandlung auch nicht von einer privaten Zusatzleistung abhängig machen.

Nutzen Sie Ihr Recht als Patient und fragen Sie genau nach den möglichen Alternativen:

  • Welche Regelversorgung gibt es in meinem Fall?
  • Ist eine Brücke mit einem anderen Material günstiger?


Die Möglichkeiten beim Zahnersatz waren noch nie so zahlreich wie heute. Lassen Sie sich für mehrere Varianten die Vor- und Nachteile, die Haltbarkeit sowie Ihren privaten Kostenanteil erläutern.

Tipp 5: Vergleichen Sie den Kostenvoranschlag in einer Auktion

Auf Internetseiten können Patienten den Heil- und Kostenplan ihres Zahnarztes hochladen und erhalten von den dort registrierten Zahnärzten per Auktion Gegenangebote – oft deutlich preiswerter. Die Stiftung Warentest lobte 2006 die Vorteile des Wettbewerbs.

Allerdings kann es kompliziert sein, die Daten des Heil- und Kostenplans korrekt einzugeben, und bei einer Kontaktaufnahme kann der neue Behandlungsplan des neuen Zahnarztes vom Angebot abweichen.

Ein Preisvergleich im Internet bedeutet aber keine Verpflichtung. Auf jeden Fall kann man damit auch beim eigenen Zahnarzt besser verhandeln.

Tipp 6: Nutzen Sie eine zahnärztliche Zweitmeinung

Untersuchungen haben gezeigt, dass zahnärztliche Behandlungspläne bei gleichem Befund sehr unterschiedlich ausfallen können, auch bei den Kosten. Deshalb ist ein Vergleich gerade bei teuren und umfangreichen Planungen sinnvoll.

Kostenlos überprüfen speziell qualifizierte Zahnärzte in den Patientenberatungsstellen der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen und Zahnärztekammern anhand des Heil- und Kostenplans, die Art der vorgeschlagenen Therapie und die Höhe des Eigenanteils.

Auch allgemeine Informationen zu neuen Behandlungsmethoden, zu Behandlungsalternativen, zu Risiken und Kosten können Sie in den regionalen Patientenberatungsstellen der Zahnärzteschaft bekommen.

Ebenso bieten die Krankenkassen ärztliche Zweitmeinungen an, teilweise mit eigenen Ärzten oder kooperierenden Zentren.

Tipp 7: Zahnbehandlung in einer Uniklinik

Geld sparen können Sie, wenn Sie sich von Studenten der Zahnmedizin behandeln lassen. Denn in der Uniklinik sind die Gebühren für den Zahnersatz reduziert oder es werden nur Materialkosten berechnet. Teilweise erhalten Patienten auch eine finanzielle Entschädigung, denn die Behandlung dauert länger, weil jeder Schritt besprochen und mehrfach kontrolliert wird.

Weiterer Vorteil: Die Zahnmedizinstudenten sind meist sehr motiviert, schon in höheren Semestern und es ist eine Aufsicht durch Assistenz- und Oberärzte gewährleistet.

Möglich sind Füllungen, Zahnersatz oder Parodontitisbehandlungen, stets in einem abgetrennten Behandlungsbereich. Ausgenommen sind meist umfangreiche chirurgische und kieferorthopädische Therapien.

Erfahren Sie beim Bundesverband der Zahnmedizinstudenten in Deutschland, welche Uniklinik eine angeschlossene Zahnklinik hat.

Tipp 8: Zahnersatz zum Nulltarif

"Zahnersatz zum Nulltarif" bedeutet: Sie bekommen Zahnersatz ohne eigene Zuzahlung. Das ist normalerweise nur in finanziellen Härtefällen möglich, aber auch unter diesen Voraussetzungen:
Es wird preiswerter Zahnersatz aus dem Ausland verwendet UND die Versorgung mit der Standardtherapie gewählt, die die gesetzlichen Kassen als Regelversorgung definiert haben. Zudem muss das Bonusheft in der Regel lückenlos über zehn Jahre geführt sein.

Achtung: Weichen Sie von der Regelversorgung ab und entscheiden sich für eine "gleichartige" oder "andersartige" Versorgung, also etwa für eine zahnfarbene Vollverblendung einer Metallkrone- oder -Brücke oder für ein Implantat statt für eine Brücke, müssen Sie die Zusatzkosten selbst zahlen.

Tipp 9: Zahnersatz aus dem Ausland

Wenn Zahnersatz im Ausland hergestellt und in Deutschland eingesetzt wird, kann das die Kosten deutlich senken. Denn die Material- und Laborkosten machen ein großen Teil der Rechnung aus. Qualität etwa aus China muss nicht schlechter sein als die des deutschen Zahnersatzes.

Mehrere, meist kleine Studien kamen zu dem Ergebnis, dass es keine signifikanten Qualitätsunterschiede zwischen ausländischem und vor Ort gefertigten Zahnersatz gibt. Aber die Kronen, Brücken oder Prothesen sollten der deutschen CE-Norm und den Vorschriften des Medizinproduktegesetzes entsprechen.

Sprechen Sie die Entscheidung mit dem Zahnarzt ab. Hilfreich ist ein deutsches Kooperationslabor, das die Qualität des Zahnersatzes prüft und mögliche Nachbesserungen übernimmt.

Tipp 10: Zahnbehandlung im Ausland

Eine Behandlung in Süd- oder Osteuropa kann deutlich billiger sein als in Deutschland. Aber: Bei Zahnersatzbehandlung im Ausland muss vor Behandlungsbeginn ein Heil- und Kostenplan von der Krankenkasse genehmigt werden.

Klären Sie, wie viele Termine für die Behandlung nötig sind und wie viele Mitarbeiter in der Praxis deutsch sprechen und verstehen. Versicherte müssen die Rechnung beim ausländischen Zahnarzt bezahlen und erhalten dann erst den Festzuschuss der Krankenkasse. Bei der Kostenplanung sollten zudem die Reise- und Übernachtungskosten mit berücksichtigt werden. 

Der Haken: Treten nach der Behandlung Probleme auf, sind Patienten meist schlechter gestellt als in Deutschland.

Es ist günstig, wenn die Klinik im Ausland mit einer Klinik oder einem Zahnarzt in Deutschland kooperiert, damit dort mögliche Nachbesserungen durchgeführt werden können.  

Der Behandlungsvertrag im Ausland sollte auf deutscher Rechtsgrundlage abgeschlossen werden, um bei Beschwerden oder Klagen nicht einen Klageweg im Ausland bestreiten zu müssen.

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz BMJV