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Kosten sicher einschätzen mit dem kieferorthopädischen Behandlungsplan

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ob eine Behandlungsbedürftigkeit auf Krankenkassenkosten vorliegt, wird in Millimetern gemessen. Auch ein Abdruck und Röntgenbilder sind notwendig.
  • Der kieferorthopädische Behandlungsplan ist ebenso wie ein Verlängerungsantrag kostenlos.
  • Der Zahnarzt muss die geplanten Maßnahmen und die voraussichtlichen Gesamtkosten angeben.
  • Für private Zusatzleistungen gibt es ein eigenes Formular.
Der kieferorthopädische Behandlungsplans, Geldscheine und ein Gipsmodell mit loser Klammer werden abgebildet.
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Was gehört zum kieferorthopädischen Behandlungsplan?

Der Zahnarzt/Kieferorthopäde misst den Engstand oder andere mögliche Anomalien in Millimetern. Die Befunde muss er gegenüber der Krankenkasse belegen, dafür werden Abdrücke, Röntgenbilder und gegebenenfalls Fotos angefertigt. Auf dem Behandlungsplan dokumentiert der Zahnarzt die Diagnose, die geplante Therapie, die geplanten Maßnahmen sowie die voraussichtliche Dauer (in Quartalen), ebenso die geschätzten Material- und Laborkosten und die voraussichtlichen Gesamtkosten. Der Behandlungsplan ist für gesetzlich Versicherte kostenlos. Der Zahnarzt reicht ihn bei der Krankenkasse ein. Stimmt die Kasse zu, erhält der Patient eine Benachrichtigung und die Behandlung kann beginnen.

Allerdings kann die Kasse einen Behandlungsplan, einen Verlängerungsantrag oder eine Therapieänderung von einem Gutachter prüfen lassen. Kriterien sind die korrekte Einstufung in die Kieferorthopädische Indikationsgruppe (KIG) und die Wirtschaftlichkeit der Planung. Befürwortet der Gutachter den Antrag nicht, können Zahnarzt oder Krankenkasse innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen. Wenn eine Behandlung ohne Therapieänderung über die geplanten Leistungen hinausgeht, müssen Kieferorthopäden das seit April 2014 der Krankenkasse des Versicherten melden. Auch dies kann die Kasse gutachterlich prüfen lassen.

Welche Kostenabweichnungen können entstehen?

Wenn die Voraussetzungen für eine Kostenerstattung durch die Krankenkassen erfüllt sind, übernimmt die Kasse zunächst 80 Prozent der Kosten. Dazu erhalten Patienten eine schriftliche Kostenübernahmeerklärung. Der Behandlungsplan ist auch ein Kostenvoranschlag. Die dort angegebenen Kosten können sich ändern, abhängig von Therapiedauer, Verlauf und gewählten Maßnahmen.

Wenn während der Behandlung die Leistungen wesentlich über die anfangs geplanten Leistungen hinausgehen, muss der Kieferorthopäde dies der Krankenkasse melden. Werden zusätzlich Privatleistungen vereinbart, die nicht von den gesetzlichen Kassen getragen werden, ist eine schriftliche Vereinbarung ratsam, in der alle Leistungen und Preise aufgeführt sind.

Diese Vereinbarung sollte dabei dem Musterformular: Vereinbarung über private kieferorthopädische Leistungen der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung entsprechen.

Wie lange sollte behandelt werden?

Der Zahnarzt schließt mit dem Patienten in der Regel einen Behandlungsvertrag über 16 Behandlungsquartale ab, also über vier Jahre. Ist das Ziel vorher erreicht, kann die aktive Behandlung früher enden. Ist eine Verlängerung nötig, kann der Zahnarzt dies bei der Krankenkasse beantragen. Der Behandlungsplan beinhaltet die aktive Behandlung und die anschließende Stabilisierung (Retentionsphase).

Am Ende der Behandlung bestätigt der Kieferorthopäde den erfolgreichen Abschluss. Erst mit diesem Beleg erhalten Patienten von der Krankenkasse die 20 Prozent Eigenanteil zurück. Dafür müssen auch die Rechnungen über die gezahlten Eigenleistungen eingereicht werden.

Mit einem erfolgreichen Abschluss der Behandlung ist übrigens nicht der medizinische Erfolg gemeint, sondern der vollständige Abschluss der im kieferorthopädischen Behandlungsplan aufgestellten Leistungen.

 

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Musterformular: Vereinbarung über private kieferorthopädische Leistungen (PDF) - Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV)

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz BMJV