Das erwartet Sie beim Erstgespräch in der Kieferorthopädischen Praxis

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Ein Erstgespräch steht an, wenn Ihr Kind eine Überweisung zur Kieferothopädin oder zum Kieferorthopäden bekommt oder wenn Sie selbst eine Einschätzung zu Ihrer Zahnfehlstellung erhalten möchten. Eine kieferorthopädische Erst-Untersuchung wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.
Kinderzähne

Die Zahnärztin oder der  Zahnarzt überweist  Ihr Kind zu einer  Kieferorthopädischen Praxis oder Sie selbst möchten eine Einschätzung Ihrer Zahn-Fehlstellungen vom einer Expertin oder einem Experten bekommen. Dann steht ein Erstgespräch bei der Kieferorthopädin oder beim Kieferorthopäden an. Gesetzliche Krankenkassen bezahlen in jedem Fall eine kieferorthopädische Erstuntersuchung in voller Höhe.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Gesetzliche Krankenkassen zahlen eine kieferorthopädische Erst-Untersuchung zur Klärung, ob eine Behandlung nötig ist. Die Abrechnung erfolgt über die elektronische Gesundheitskarte.
  • Mit der Erst-Untersuchung schätzt die Kieferorthopädin oder der Kieferorthopäde den Behandlungsbedarf und den besten Behandlungszeitpunkt ein.
  • Ob eine Behandlung komplett von der Kasse bezahlt wird, hängt von der Fehlstellung ab.
  • Der kieferorthopädische Behandlungsplan ist kostenlos. Die Zahnärztin oder der Zahnarzt muss die geplanten Maßnahmen und die voraussichtlichen Gesamtkosten angeben.
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Wer zahlt die Kosten einer kieferorthopädischen Erst-Untersuchung?

Um herauszufinden, ob Ihr Kind eine Zahnspange benötigt oder Sie selbst kieferorthopädische Maßnahmen ergreifen sollten, können Sie einen Termin einer Kieferorthopädin oder beim Kieferorthopäden vereinbaren. Bei gesetzlich Versicherten übernimmt die Krankenkasse die Kosten für ein Erstgespräch und eine Erst-Untersuchung, die Kieferorthopädin oder der Kieferorthopäde rechnet über die Versichertenkarte ab.

Fehlstellungen des Kiefers sind in 5 kieferorthopädische Indikationsgruppen (KIG) eingeteilt, die Kasse zahlt eine Behandlung bei Kindern und Jugendlichen erst ab Stufe 3. Stellt die Ärztin oder der Arzt bei der Untersuchung fest, dass die Krankenkasse die Kosten nicht übernimmt, weil die Voraussetzungen nicht vorliegen, müssen Eltern die weiteren Kosten selbst bezahlen. Die Kosten einer Behandlung nach Vollendendung des 18. Lebensjahres sind in der Regel vom den Versicherten selbst zu tragen.

Gesetzliche Krankenkassen bezahlen in jedem Fall eine kieferorthopädische Erst-Untersuchung in voller Höhe, unabhängig davon, wie schwer die Zahnfehlstellungen sind oder wie alt die Patientin oder der Patient ist. Sie brauchen auch keine Überweisung von der Zahnärztin oder vom Zahnarzt.

Was wird bei der Erst-Untersuchung gemacht?

Durch die Erst-Untersuchung kann die Kieferorthopädin oder der Kieferorthopäde abschätzen, ob ein Behandlungsbedarf überhaupt vorliegt, wie groß dieser ist und wann der beste Zeitpunkt zum Beginn der Behandlung vorliegt. Einige Behandler:innen machen bereits beim ersten Termin die Diagnostik, andere Kieferorthopäd:innen vereinbaren hierzu einen zweiten Termin.

In der Erstbefragung, der sogenannten Anamnese, versucht die Kieferorthopädin oder der Kieferorthopäde die Ursachen der Zahn- und Kieferfehlstellungen zu bestimmen. Etwa ob es bereits Fehlstellungen in der Familie gibt, ob Zähne nicht angelegt sind oder, ob das Kind Daumen gelutscht hat. Dann werden der Schädel und das Gebiss vermessen. Es werden erste Abdrücke vom Ober- und Unterkiefer genommen und zwei Röntgenaufnahmen gemacht. Ebenfalls untersucht die Kieferorthopädin oder der Kieferorthopäde die Zähne und die Kieferknochen, z. B. wieweit sich Zähne schon gelockert haben. Zusätzlich werden Fragen zur Mundhygiene gestellt.

Was beinhaltet der kieferorthopädische Behandlungsplan?

Zahnarzt:innen/Kieferorthopäd:innen messen den Engstand oder andere mögliche Anomalien in Millimetern. Die Befunde mussen gegenüber der Krankenkasse belegen werden, dafür werden die Abdrücke, Röntgenbilder und gegebenenfalls Fotos angefertigt. Auf dem Behandlungsplan dokumentiert die Zahnärztin oder der Zahnarzt die Diagnose, die geplante Therapie sowie die geplanten Maßnahmen und die verwendeten Geräte. Die voraussichtliche Dauer der Behandlung wird notiert, ebenso die geschätzten Material- und Laborkosten und die voraussichtlichen Gesamtkosten. Der Behandlungsplan ist für gesetzlich Versicherte kostenlos. Die Zahnärztin oder der  Zahnarzt reicht ihn bei der Krankenkasse ein. Stimmt die Kasse zu, erhält die Patientin oder der Patient eine Benachrichtigung und die Behandlung kann beginnen.

Können höhere Kosten entstehen?

Sind die Voraussetzungen für eine Kostenerstattung durch die Krankenkassen erfüllt, übernimmt die Kasse zunächst 80 Prozent der Kosten. Die restlichen 20 Prozent sind vorerst als Eigenanteil zu erbringen. Dazu erhalten Patient:innen eine schriftliche Kostenübernahmeerklärung. Der Behandlungsplan ist also auch ein Kostenvoranschlag. Die dort angegebenen Kosten können sich ändern, abhängig von Therapiedauer, Verlauf und gewählten Maßnahmen.

Wenn im Behandlungsverlauf die Leistungen wesentlich über die anfangs geplanten Leistungen hinausgehen, muss die Kieferorthopädin oder der Kieferorthopäde dies der Krankenkasse melden.

Werden zusätzlich Privatleistungen vereinbart, die nicht von den gesetzlichen Kassen getragen werden, ist eine schriftliche Vereinbarung ratsam, in der alle Leistungen und Preise aufgeführt sind. Diese Vereinbarung sollte dabei dem Musterformular:"Vereinbarung über privatzahnärztliche Leistungen der kieferorthopädischen Behandlung" der kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung entsprechen.

Wie lange sollte behandelt werden?

Die Zahnärztin oder der Zahnarzt schließt mit der Patientin oder dem Patienten in der Regel einen Behandlungsvertrag über 16 Behandlungsquartale ab, also über vier Jahre. Ist das Ziel vorher erreicht, kann die aktive Behandlung früher enden. Ist eine Verlängerung nötig, kann die Zahnärztin oder der Zahnarzt dies bei der Krankenkasse beantragen. Der Behandlungsplan beinhaltet die aktive Behandlung und die anschließende Stabilisierung der Zähne (Retentionsphase).

Am Ende der Behandlung bestätigt die Kieferorthopädin oder der Kieferorthopäde den erfolgreichen Abschluss. Erst mit diesem Beleg erhalten Patient:innen von der Krankenkasse die 20 Prozent Eigenanteil zurück.

Mit einem erfolgreichen Abschluss der Behandlung ist übrigens nicht der medizinische Erfolg gemeint, sondern der vollständige Abschluss der im kieferorthopädischen Behandlungsplan aufgestellten Leistungen.

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