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Kieferorthopädie bei Kindern ist Kassenleistung

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben Anspruch auf eine zuzahlungsfreie kieferorthopädische Behandlung - bei Schweregrad (KIG 3-5).
  • Kieferorthopäden haben die Pflicht, Eltern über die kostenlose Behandlungsmöglichkeit für ihre Kinder zu informieren.
  • Zusätzliche Privatleistungen müssen auf gesonderten Formularen schriftlich und verständlich vereinbart werden.
  • Kieferorthopäden dürfen eine Kassenleistung nicht verweigern oder von privaten Zuzahlungen abhängig machen.
  • Für Erwachsene zahlen die Kassen bei schweren Kieferanomalien, wenn eine kombinierte kieferorthopädisch-kieferchirurgische Therapie notwendig ist.
Jugendlicher mit Zahnspange
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Ihr Recht auf Kassenleistung

Die Behandlung mit Zahnspangen wird für gesetzlich Versicherte bis zum 18. Lebensjahr ab einem gewissen Schweregrad komplett von den Krankenkassen bezahlt (Kieferorthopädische Indikationsgruppe 3, 4 und 5). Das hat auch die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) im Januar 2017 betont. Gesetzlich Versicherte haben also Anspruch auf eine zuzahlungsfreie kieferorthopädische Behandlung - und Zahnärzte müssen darauf auch hinweisen!

Korrekturen von Zahnfehlstellungen bei Minderjährigen mit einem Schweregrad von KIG 1 und 2 müssen Eltern hingegen für ihre Kinder selbst bezahlen. Ab dem 18. Lebensjahr zahlt die Krankenkasse die kieferorthopädische Behandlung nur bei schweren Kieferanomalien, die "ein Ausmaß haben, das kombinierte kieferchirurgische und kieferorthopädische Behandlungsmaßnahmen erfordert".

Kostenpflichtige Extras sind freiwillige Leistungen

Wenn Kieferorthopäden darüber hinaus Methoden und Geräte anbieten, die selbst zu zahlen sind, etwa zahnfarbene Brackets, fällt das in die Wahlfreiheit des Patienten und soll, soweit vom Patienten gewünscht, laut KZBV auf gesonderten, verständlichen Formularen vereinbart werden.

Kieferorthopäden dürfen eine Kassenbehandlung nicht verweigern oder von privaten Zuzahlungen abhängig machen! Das verstoße "klar gegen vertragszahnärztliche Pflichten", betonte bereits im Oktober 2015 die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung zusammen mit dem Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden und der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie.

 

Mehr zum Thema


Kieferorthopädische Vereinbarung und weitere Musterformulare - auf der Website der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV)

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz BMJV