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Meine Rechte beim Zahnarzt

Stand:

Der Zahnarzt schuldet Ihnen in erster Linie eine fachgerechte Behandlung. Darüber hinaus gibt es weitere Patientenrechte in der Zahnarztpraxis, die wir Ihnen im Überblick zusammengestellt haben.

Patientin beim Zahnarzt im Behandlungsstuhl mit orangem Spucklätzchen
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Recht auf Beratung und Informationen

Sie haben bei jeder anstehenden Untersuchung oder Behandlung das Recht auf eine umfassende, verständliche mündliche Beratung durch den Arzt. Schriftliche Informationen oder Hinweise der Fachangestellten können diese Beratung nicht ersetzen. 

Der Zahnarzt hat Sie über alle Aspekte der Behandlung wie Risiken, Alternativen und Nachsorge einschließlich der Kosten zu informieren. Er sollte Ihnen eine ausreichende Bedenkzeit einräumen. Eine Beratung hat auf Augenhöhe zu erfolgen und nicht bereits liegend im Behandlungsstuhl. 

Recht auf eine Versorgung mit Kassenleistungen

Als gesetzlich Krankenversicherter haben Sie Anspruch auf Leistungen, die die gesetzliche Krankenkasse übernimmt. Kassenleistungen entsprechen dem gegenwärtigen Fachstandard und bieten eine ausreichende zahnmedizinische Versorgung an. 

Der Zahnarzt kann eine Kassenleistung nicht aus wirtschaftlichen Erwägungen verweigern, etwa mit dem Hinweis, dass die Kassenleistung zu gering vergütet ist. 

Recht auf einen schriftlichen Kostenvoranschlag

Sie haben Anspruch auf eine schriftliche Auflistung aller zu erwartenden Kosten seitens des Zahnarztes und des Zahntechnikers (Arbeitskosten, Material). 

Wichtig: Bei gesetzlich Krankenversicherten ist der Zahnarzt verpflichtet, über private Kosten in Textform aufzuklären. Unterlässt er dies, ist der gesetzlich Versicherte berechtigt, die anschließende Bezahlung zu verweigern. 

Recht auf eine Rechnung

Sie haben bei privaten Kosten das Recht auf eine ordnungsgemäße Rechnung nach den Vorgaben der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ). Der Zahnarzt muss auf der Rechnung zu jeder Leistung die Gebührennummer, den Steigerungssatz und die Leistungsbezeichnung auflisten. Wird der Steigerungssatz von 2,3 überschritten, hat der Zahnarzt dies auf der Rechnung schriftlich zu begründen.

Solange Sie noch keine Rechnung erhalten haben, müssen Sie die Leistung auch nicht bezahlen. 

Eine Frist zur Rechnungslegung besteht allerdings nicht. So haben Zahnärzte durchaus das Recht dem Patienten auch noch nach Jahren eine Rechnung zu stellen. Die Frage, welcher Zeitraum zwischen Leistungserbringung und Rechnungsstellung liegen darf, hängt vom Einzelfall ab. 

 So hat eine ordentliche Arztrechnung auszusehen.

Recht auf Datenschutz

Sie haben das Recht auf vertrauliche Behandlung ihrer persönlichen Daten. Beim Aufruf aus dem Wartezimmer oder bei Telefonaten mit der Praxis kann auf Ihren Wunsch hin auf eine namentliche Anrede verzichtet werden, um ein Höchstmaß an Vertraulichkeit rund um Ihre Person und Behandlung zu gewährleisten. 

Ein häufiges Ärgernis ist die ungefragte Weitergabe von Behandlungsunterlagen an privatärztliche Verrechnungsstellen, ohne eine Zustimmung des Patienten. Diese Dienstleister übernehmen für den Zahnarzt die Rechnungsstellung und Einziehung der Zahlungen; der Zahnarzt selbst tritt in diesen Fällen seine Forderung an die Verrechnungsstelle ab. 
Hier gilt: Sie müssen der Weitergabe Ihrer Behandlungsunterlagen an eine private Verrechnungsstelle zum Zwecke der Rechnungsstellung ausdrücklich und schriftlich zustimmen. Liegt kein schriftliches Einverständnis vor, sind Patienten berechtigt, die Bezahlung gegenüber der Verrechnungsstelle abzulehnen.

Auch eine Weitergabe von Behandlungsdaten an ein externes Labor bedarf, sofern die Daten nicht zuvor anonymisiert wurden, der schriftlichen Zustimmung des Patienten. 

Recht auf Einsicht in die Patientenunterlagen

Sie haben das Recht auf Einsicht in Ihre Behandlungsunterlagen in der Praxis. Das Einsichtsrecht bezieht sich auf alle dokumentationspflichtigen Angaben des Arztes und seines Personals. Dazu gehören Angaben zur Krankheitsgeschichte, Diagnosen, durchgeführte Untersuchungen und Behandlungen einschließlich deren Ergebnisse. 

Sie dürfen jederzeit Kopien Ihrer Behandlungsunterlagen anfordern. Der Zahnarzt darf Ihnen die Kopierkosten hierfür in Rechnung stellen, die nicht mehr als 50 Cent pro Seite betragen dürfen. 
Der Anspruch bezieht sich auch auf Röntgenbilder. Hier dürfen Sie sogar eine vorübergehende Herausgabe der Röntgenbilder im Original verlangen, wenn dies im Falle einer Weiterbehandlung durch einen anderen Zahnarzt notwendig ist (vgl. § 28 Absatz 8 der Röntgenverordnung). Zweck dieser Regelung ist es, eine erneute Strahlenbelastung des Patienten durch den Weiterbehandler zu vermeiden. 

Recht auf sofortige Kündigung der Behandlung

Sie haben jederzeit das Recht eine Behandlung ohne Angabe von Gründen zu beenden. Wenn es sich um eine kostenpflichtige Behandlung handelt, dann müssen Sie nur die Kosten tragen, die bis zum Abbruch der Behandlung entstanden sind. Bei Mängeln im Behandlungsergebnis ist der Zahnarzt Ihnen gegenüber zur Nachbesserung verpflichtet. 

Wichtig: Bei einer Behandlung, bei der auch die Krankenkasse Kosten übernimmt, informieren Sie bei einem Behandlungsabbruch auch die Kasse. Somit können Sie sicherstellen, dass auch bei der Weiterbehandlung bei einem anderen Zahnarzt die Kosten übernommen werden. 

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz BMJV