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Was tun bei einer überhöhten Zahnarztrechnung?

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Vor Behandlungsbeginn sollte Sie sich einen schriftlichen Kostenvoranschlag (inkl. Steigerungssätze) erstellen lassen, um eine beweisfähige Vergleichsvorlage für die spätere Rechnung zu haben.
  • Kostenvoranschlag und Endrechnung dürfen bei unvorhersehbaren Schwierigkeiten maximal bis 20 % voneinander abweichen.
  • Bei Streitigkeiten über die Rechnungshöhe kann Ihnen eine kostenlose Rechnungsprüfung bei der Landeszahnärztekammer weiterhelfen. Dieser Service ist kostenlos.
Geld und Kosten sparen beim Zahnarzt mit dem roten Sparschwein
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Vor Behandlungsbeginn: Schriftlichen Kostenvoranschlag einholen!

Egal, ob Sie gesetzlich oder privat versichert sind. Patienten sollten sich vor Behandlungsbeginn einen Überblick über die zu erwartenden Kosten verschaffen und sich diese in Form eines Kostenvoranschlages schriftlich bestätigen lassen. Speziell beim Zahnersatz spricht man auch von dem Heil- und Kostenplan.

Bei gesetzlich Krankenversicherten ist der Zahnarzt verpflichtet, seine Patienten immer schriftlich über die voraussichtlichen Kosten einer privat zu zahlenden Behandlung aufzuklären. Es reicht nicht aus, mündlich darauf hinzuweisen, dass es sich um eine Selbstzahler-Leistung handelt. Die Kosten müssen so genau wie möglich angegeben sein.

Wichtig: Wird mit dem Patient keine schriftliche Vereinbarung getroffen, ist er berechtigt die Zahlung zu verweigern.

Ist ein Kostenvoranschlag beim Zahnarzt verbindlich?

Kostenvoranschläge beim Zahnarzt stellen zwar keine Preisgarantie dar, sind aber insoweit verbindlich, als der Zahnarzt nur in begründeten Fällen davon abweichen darf. Das kann der Fall sein, wenn im Verlauf der Behandlung unvorhergesehene Schwierigkeiten auftreten.

Aber: Sind dem Zahnarzt bereits vor Behandlungsbeginn mögliche Schwierigkeiten bekannt, die Änderungen im Preis auslösen können, dann hat er Sie über diesen Umstand vorher zu informieren.

Aus dem Kostenvoranschlag sollte ersichtlich werden, welche Kosten für das Honorar des Zahnarztes und für Labor und Material anfallen.

Die Kostenvoranschläge für das Zahnarzthonorar sind grundsätzlich verbindlich, es sei denn es treten Probleme während der Behandlung auf mit denen der Zahnarzt unter keinen Umständen rechnen konnte. Kostenvorschläge für Material- und Laborkosten sind grundsätzlich verbindlich, sofern es sich um ein zur Zahnarztpraxis gehörendes Labor handelt. Handelt es sich um ein Fremdlabor reicht es aus, wenn der Zahnarzt den Betrag lediglich schätzt und den Patienten auf diesen Umstand hinweist.

Welche Preisunterschiede zwischen Kostenvoranschlag und Zahnarztrechnung sind erlaubt?

Entscheidend sind der Einzelfall und der Grund für den Preisunterschied. Nach der Rechtsprechung sind auch bei unvorhersehbaren Schwierigkeiten Preisunterschiede von maximal 20% zulässig.

Wie wehrt man sich gegen überhöhte Zahnarztrechnungen?

Zunächst sollte man das Gespräch mit dem Arzt suchen. Hilft das nicht weiter bittet man um Zahlungsaufschub mit dem Hinweis, dass man die Rechnung extern überprüfen lassen möchte. Die Rechnungsprüfung ist kostenlos bei den Landeszahnärztekammern möglich. In den meisten Fällen ist eine Kopie der Behandlungsunterlagen zur Bearbeitung erforderlich. Zwar ist die Entscheidung der Landeszahnärztekammer für den Zahnarzt nicht verbindlich; er wird sich dennoch überlegen, ob er Sie auf Zahlung des Honorars tatsächlich verklagen wird oder sich mit Ihnen auf den Vergleichsvorschlag seiner Berufsaufsicht einigt.

Übersicht über alle Landeszahnärztekammern

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz BMJV