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Unsichtbare Zahnschienen - Neuer Trend

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Zähne können nicht nur mit festsitzenden Brackets oder losen Klammern begradigt werden, sondern auch mit Kunststoff-Schienen. Diese "Aligner" sind sehr gefragt, doch sie haben Grenzen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Kunststoff-Schiene wird über die Zahnreihe geschoben und ein bis zwei Wochen getragen, 20 bis 22 Stunden pro Tag. Dann folgt die nächste Schiene, bis das gewünschte Ergebnis erreicht ist.
  • Wissenschaftliche Belege zu dieser Behandlungsform sind rar. Vorteil ist eine kurze Behandlungszeit.
  • Die Schienen sind in der Regel nur für die Korrektur leichter Fehlstellungen geeignet.
Eine Frau hat eine durchsichtige Zahnspange in der Hand und hält sie sich vor den Mund.
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Wie funktionieren unsichtbare Zahnschienen?

Nach einer zahnärztlichen Untersuchung werden die Zähne gescannt. Aus diesen Daten wird die gewünschte Korrektur berechnet und meist schon visualisiert (Vorher-Nachher-Simulation). Patienten erhalten mehrere Schienen, stets nach etwa zwei Wochen wird die nächste eingesetzt. Getragen werden sollten sie 20 bis 22 Stunden, also tags und nachts, nur zum Essen werden sie herausgenommen. Die Anbieter werben mit einer kurzen Behandlungszeit von teilweise weniger als einem Jahr.

Für wen kommt diese Art der Korrektur in Frage?

In der Regel werden mit dieser Methode leichte Fehlstellungen korrigiert, etwa vorstehende Frontzähne, kleinere Lücken oder Engstände. Hauptkunden sind Erwachsene. Aber es gibt die Schienen auch für Kinder und Jugendliche, meist mit einem kleinen farblichen Punkt versehen, der nach und nach transparent wird, damit auch jüngere Patienten wissen, wann die Schiene gewechselt werden muss.

Was kostet es?

Da das Patent auf diese Zahnschienen ausgelaufen ist, sind die Preise deutlich gesunken. Boten früher Kieferorthopäden diese Methode für 6.000 Euro oder mehr an, kostet die Therapie bei den zahlreichen neu gegründeten Firmen je nach Umfang teilweise weniger als 2.000 Euro.

Wie sinnvoll sind Aligner?

Grundsätzlich ist bei Alignern das Gleiche zu bedenken wie bei festen Zahnspangen: Ist eine Korrektur wirklich notwendig? Oder geht es um rein ästhetische Aspekte? Wären ohne Behandlung wirklich gesundheitliche Nachteile zu befürchten? Zudem ist die Studienlage dünn. Ob die Schienen genauso wirksam sind wie feste Spangen, ist derzeit nicht wissenschaftlich belegt. Vorteile sind die kürzere Behandlungszeit und die leichtere Zahnpflege. Allerdings ist auch bei Alignern am Ende eine Stabilisierungsphase mit Retainern nötig.

Welche Risiken gibt es?

Teilweise gibt es im Netz Do-it-yourself-Angebote: Dabei machen Patienten alles selbst, vom Abdruck bis zum regelmäßigen Einsatz der Zahnschienen. Die Bundeszahnärztekammer betonte in einer Stellungnahme 2018, die Feststellung und Behandlung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten sei zur Selbstbehandlung ungeeignet. Die Ausübung der Zahnheilkunde sei Zahnärzten vorbehalten.

Tatsächlich schreiben die Richtlinien für die kieferorthopädische Behandlung vor, dass die Durchführung jeder kieferorthopädischen Behandlung "eine dem jeweiligen Behandlungsfall entsprechende Patientenuntersuchung sowie die Erhebung, Auswertung und ärztliche Beurteilung von Befundunterlagen" voraussetzt. "Aus der selbständigen Erhebung und Auswertung von Befunden und Behandlungsunterlagen und ihrer diagnostischen Zusammenfassung ist vom Zahnarzt persönlich und eigenverantwortlich eine Behandlungsplanung zu erarbeiten". Eine endgültige rechtliche Klärung steht derzeit aber noch aus.

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz BMJV