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Termine in Zeiten der Corona-Pandemie

Stand:

In Zahnarztpraxen sind die Corona-bedingten Einschränkungen weitgehend zurückgefahren worden. Behandlungen und Zahnreinigungen sind in der Regel wieder in vollem Umfang möglich.

Zahnarzt Behandlung
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Für Privatversicherte und teilweise auch für Kassenpatienten wird jedoch zusätzlich eine Corona-Hygiene-Pauschale von 14,23 Euro pro Sitzung erhoben. Das hat die Zahnärzteschaft mit dem Verband der Privaten Krankenversicherung vereinbart - zunächst befristet bis zum 31. Juli 2020. Voraussetzung für die Berechnung ist eine Privatleistung.

Die Regelung gilt teilweise auch für gesetzlich Versicherte, nämlich dann, wenn sie eine Privatleistung in Anspruch nehmen und genau für diese Leistung eine private Zusatzversicherung haben. Wird der erhöhte Hygieneaufwand jedoch von der gesetzlichen Gebührenordnung abgedeckt, ist eine Doppelabrechnung untersagt. Patienten sollten deshalb vor einer Behandlung eine präzise Aufklärung dazu einfordern und gegebenenfalls bei ihrer Krankenversicherung nachfragen. Auf der Rechnung wird die Zusatzgebühr ausgewiesen als "3010a analog – erhöhter Hygieneaufwand".

Wer Symptome einer akuten Atemwegserkrankung spürt (Schnupfen, Husten, Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Atembeschwerden), sollte sich - soweit kein akuter Notfall vorliegt - erst nach Abklingen der Erkrankung um einen Behandlungstermin bemühen.

Für Patienten mit akuten zahnmedizinischen Notfällen, die an Covid-19 erkrankt sind, haben die Kassenzahnätzlichen Vereinigungen in den Bundesländern 170 Behandlungszentren eingerichtet. Diese Zentren sind ausschließlich für die akute Notfallbehandlung von Patienten vorgesehen, die mit dem Coronavirus infiziert sind oder bei denen ein entsprechender Verdacht besteht. Betroffene wenden sich telefonisch an ihren Hauszahnarzt oder an den jeweiligen zahnärztlichen Notdienst und werden dann an eine der zuständigen Schwerpunktpraxen verwiesen.

Hilfreich kann die Vereinbarung zur Gültigkeit von Heil- und Kostenplänen (HKP) bei Zahnersatz sein: Wenn genehmigter Zahnersatz wegen der COVID-19-Pandemie nicht innerhalb der üblichen Sechs-Monats-Frist eingegliedert werden kann, gilt derzeit, dass Heil- und Kostenpläne, die in dem Zeitraum vom 30. September 2019 bis zum 31. März 2020 genehmigt wurden, bis einschließlich 30. September gültig bleiben. Für Versorgungen, die nicht bis zum 30. September 2020 durchgeführt werden können, muss der Zahnarzt einen neuen Heil- und Kostenplan erstellen.

Wer an COVID-19 erkrankt ist oder unter Quarantäne steht und mit einer Krankentransportfahrt zu nicht aufschiebbaren, zwingend notwendigen ambulanten Behandlungen zum Zahnarzt muss, braucht vorübergehend keine vorherige Genehmigung durch die Krankenkasse. Diese Regelung gilt zunächst bis zum 30. September 2020.

Hausbesuche, etwa bei beeinträchtigten Patienten oder in Pflegeheimen, sollen Zahnärzte während der Corona-Epidemie auf Akut- und Notfallbehandlungen beschränken.

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz BMJV