Menü

Welche Unterschiede gibt es beim Zahnersatz?

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Entscheidend ist das Material. Metall sieht nicht so gut aus wie Keramik, ist aber preiswerter, stabiler und haltbarer.
  • Kronen und Brücken können als Vollmetall-Lösung hergestellt werden oder ganz aus Keramik, aber auch als Metallgerüst, das zahnfarben überzogen wird.
  • Implantate sind die teuerste Variante und kommen dem echten Zahn am nächsten, bergen aber Risiken.
Implantat ohne Zahnkrone
Off
Kronen: Stahl, Gold oder Keramik

Eine Krone kommt in Frage, wenn ein Zahn so weit zerstört ist, dass eine Füllung nicht mehr möglich ist. Nach einem Abdruck wird die Krone im Labor hergestellt und anschließend auf dem Zahn zementiert. Es gibt drei Varianten von Kronen:

Vollmetallkrone:

Vollmetallkrone
Foto: MStock / Fotolia.com

Als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen (Regelversorgung) ist im Seitenzahnbereich eine metallische Vollkrone aus Nicht-Edelmetall vorgesehen. Kosten: Rund 280 Euro. Davon übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen rund 50 Prozent über den sogenannten Festzuschuss. Dieser Zuschuss bleibt gleich, auch wenn die Kosten durch den Einsatz von Gold oder Keramik steigen. Vollmetallkronen halten laut Expertenmeinung bis zu 25 Jahre.

 

Vollkeramikkrone:

Eine Vollkeramikkrone kommt optisch einem echten Zahn am nächsten, ist gut verträglich, allerdings nicht so langlebig wie eine Metallkrone.

Metallverblendkrone:

Metallverblendkrone
Michael Tieck / Fotolia.com

Bei einer Metallverblendkrone wird ein Metallgerüst ganz oder teilweise mit einem zahnfarbenen Material (Keramik oder Kunststoff) überzogen. Eine Verblendung aus Keramik ist im Vergleich zu Kunststoff besser verträglich, allerdings nicht so langlebig wie Kunststoff was zu Abplatzungen vom Metallgerüst führen kann. Wird ein Frontzahn überkront, bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen vorn und seitlich eine zahnfarbene Verblendung, also eine Metallverblendkrone.

Brücken: Ankerzähne müssen beschliffen werden

Brücken:

Brücken können ganz aus Metall oder aus Keramik hergestellt werden. Möglich ist auch ein Metallgerüst, das im sichtbaren Teil mit Keramik oder Kunststoff überzogen (verblendet) wird.
Vollkeramische oder keramisch verblendete Brücken erreichen nur teilweise die gleiche Stabilität und Haltbarkeit wie die Metallvariante und sind deshalb keine Kassenleistung. Die Regelversorgung kostet je nach Größe der Lücke im Seitenzahnbereich inklusive Festzuschuss zwischen 670 Euro und 870 Euro.
 
Die gesetzlichen Krankenkassen sehen Brücken als Lösung für maximal zwei nebeneinander fehlende Zähne vor. Ab drei fehlenden Zähnen bezuschussen sie im Seitenzahnbereich eine herausnehmbare Teilprothese.

Bei der Brücke dienen die Nachbarzähne als Anker. Diese müssen dafür aber beschliffen und überkront werden. Dabei gehen in der Regel 40 bis 60 Prozent der Zahnsubstanz verloren. Mögliches Risiko ist eine Schädigung des Zahnnervs.

Endpfeilerbrücke: Die häufigste Art ist die "Endpfeilerbrücke", die an den beiden vorhandenen Zähnen rechts und links der Lücke befestigt wird.

Freiendbrücke: Wenn auf einer Seite ein Zahn als Brückenglied fehlt, etwa am Ende einer Zahnreihe, kann die Brücke nur auf einer Seite befestigt werden. In diesen Fällen spricht man von der "Freiendbrücke".

Adhäsivbrücke: Für kleine Lücken oder als Provisorium sind geklebte Brücken möglich. Diese Brückenart wird "Adhäsivbrücke" genannt. Dabei wird ein Metallgerüst mit dünnen Klebeplättchen auf der Rückseite der angrenzenden Zähne befestigt.

Implantate: Die teuerste Variante von Zahnersatz
Implantat

Implantate sind künstliche Zahnwurzeln bei der Metallstifte in den Kiefer gebohrt werden (siehe Abb. oben). Es handelt sich daher streng genommen nicht um einen künstlichen Zahn, da auf das Implantat noch der endgültige Zahnersatz in Form einer Krone, Brücke oder festsitzenden Prothese befestigt werden muss.

Einsetzen eines Implantats

 

Implantate sind die teuerste Versorgungsmöglichkeit im Bereich von Zahnersatz. Ein Einzelzahn-Implantat kostet inklusive Zahnersatz in der Regel zwischen 1.500 und 3.500 Euro. Bei mehreren Implantaten wird es fünfstellig.

Implantate gehören nicht zur Regelversorgung der gesetzlichen Krankenkassen und werden komplett privat (nach der Gebührenordnung für Zahnärtzte GOZ) abgerechnet.

Es gilt: Implantate stellen ausnahmsweise dann eine Kassenleistung dar, wenn besonders schwere Gesichts- oder Kieferdefekte vorliegen, etwa ausgelöst durch Tumorerkrankungen oder angeborenen Fehlbildungen.

Über den Festzuschuss erstatten die Krankenkassen die Hälfte dessen, was die Basisversorgung mit einer Brücke oder Prothese kostet. Die Differenz muss vom Patienten bezahlt werden.

Vorteil von Implantaten: Gesunde Nachbarzähne müssen nicht beschliffen werden. Nachteil: Es ist ein chirurgischer Eingriff, der mit Risiken verbunden sein kann.

Prothesen: Wenn zu viele Zähne fehlen

Prothesen dienen dazu eine geschlossene Zahnreihe zu erhalten, wenn zu viele Zähne verloren gegangen sind. Teilprothesen kommen zum Einsatz, wenn so viele Zähne fehlen, dass festsitzende Brücken nicht mehr verankert werden können. Je nachdem, welche Verbindungselemente zum Einsatz kommen, spricht man von Teleskop-, Geschiebe- oder Steg-Prothesen. Die einfachste Variante ist eine Modellgussprothese, die mit sichtbaren Klammern an den verbleibenden Zähnen befestigt wird und eine Überkronung von Ankerzähnen überflüssig macht.

Vollprothesen halten durch eine Saug-, Haft- und Klebewirkung, wenn im Ober- oder Unterkiefer keine natürlichen Zähne mehr vorhanden sind.

Inklusive Festzuschuss kostet die Regelversorgung rund 670 Euro bei einer Teilprothese, gut 600 Euro bei einer Vollprothese.

Hinweis: Grundsätzlich gilt festsitzender Zahnersatz als die bessere Lösung im Vergleich zu Prothesen, da der Tragekomfort höher, die Haltbarkeit und Ästhetik besser und das Risiko für Zahnfleischschäden und Karies geringer ist. Allerdings: Prothesen sind preiswerter im Vergleich zu festsitzendem Zahnersatz.

 

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz BMJV