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Vorsorgeangebote beim Zahnarzt

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Für Kinder und Jugendliche zwischen drei und 18 Jahren zahlen die Krankenkassen regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, seit 2015 auch schon für unter Dreijährige.
  • Erwachsene können Kontroll-Untersuchungen, Zahnsteinentfernung und die Parodontitis-Früherkennung in Anspruch nehmen. Als Privatleistung werden Speicheltests oder Versiegelungen angeboten.
  • Mit der richtigen Zahnpflege zu Hause können Karies und Parodontitis verhindert werden.
Zahnpasta wird auf Zahnbürste gedrückt
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Warum ist Zahnvorsorge wichtig?

Die Vorbeugung und Früherkennung von Krankheiten stand nicht immer im Fokus der Zahnmedizin. Lange Zeit war die Zahnarztpraxis ein Reparaturbetrieb, in dem nicht viel Wert auf Zahnerhaltung gelegt wurde. Das hat sich seit einigen Jahrzehnten geändert. Weil auch in der Bevölkerung mehr Wert auf gesunde Zähne gelegt wird, sind weniger Zähne von Karies befallen und mehr eigene Zähne vorhanden. Das zeigt: Viele Mundkrankheiten sind gut zu verhindern. Aber der Kampf gegen die Bakterien im Mund, die Karies und Parodontitis oder bei Implantaten Periimplantitis auslösen können, ist nur mit regelmäßigem Einsatz zu gewinnen. Die Angebote der Zahnärzte sind vielfältig, aber entscheidend ist die gute Mundhygiene zu Hause.

Welche Vorsorge bieten Zahnärzte an?

Jeder gesetzlich Versicherte kann einmal pro Halbjahr eine kostenlose Kontrolluntersuchung in Anspruch nehmen. Dabei untersucht der Zahnarzt das Gebiss und den gesamten Mundraum und gibt Tipps für die Zahnpflege zu Hause und eine zahngesunde Ernährung.  Eine kostenpflichtige Präventions-Maßnahme ist die professionelle Zahnreinigung. Dabei entfernt eine Fachkraft Verfärbungen sowie weiche und hart gewordene Bakterienreste von den Zähnen, aus den Zahnzwischenräumen und bis zu drei Millimeter unterhalb des Zahnfleischrandes. Viele Krankenkassen beteiligen sich an den Kosten.

Erwachsene können drei gesetzliche Kassenleistungen in Anspruch nehmen: Die Kontrolluntersuchung einmal pro Halbjahr, die Zahnsteinentfernung einmal pro Jahr sowie eine Parodontitis-Früherkennung alle zwei Jahre (Parodontaler Screening Index).

Als Privatleistung angeboten werden Speicheltests und die Versiegelung der Seitenzahn-Kauflächen (Fissurenversiegelung). Ein Speicheltest soll die Speichelmenge bzw. die Menge kariesauslösender Bakterien ermitteln. Das Ergebnis erlaubt jedoch in der Regel keine eindeutige Aussage über das persönliche Kariesrisiko. Ob Karies entsteht, hängt von mehreren Faktoren ab.

Ab dem 6. Lebensmonat können Kinder vom Kinderarzt an den Zahnarzt verwiesen werden. Für Kinder zwischen drei und sechs Jahren sind drei kostenlose Vorsorgeuntersuchungen Kassenleistung, zwischen sechs und 18 Jahren können Kinder und Jugendliche jedes halbe Jahr zum Zahnarzt gehen. Weil Karies bei Kindern häufig an den beiden letzten Seitenzähnen vor dem Weisheitszahn auftritt, kann deren Oberfläche mit einem Schutzlack vor Bakterien geschützt werden (Fissurenversiegelung). Auch die Fissurenversiegelung zahlen die Krankenkassen.

Welche Maßnahmen sind zu Hause wichtig?

Zweimal täglich, so die offizielle Empfehlung, sollten die Zähne geputzt werden. Dabei sollte man gründloch und systematisch vorgehen, vor allem abends. Nach zwei Minuten Putzzeit sind die Zähne deutlich sauberer als nach einer Minute. Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten können bei Bedarf zusätzlich eingesetzt werden.

Eine fluoridhaltige Zahnpasta schützt vor Karies. In der Zahnarztpraxis können zusätzlich Fluoridlacke auf die Zähne aufgetragen werden. Zu viel Fluorid kann aber schaden. Deshalb sollte man Form und Dosierung mit dem Zahnarzt absprechen. Fluoridtabletten etwa sollten nur dann zum Einsatz kommen, wenn man Fluorid weder in Zahnpasta noch im Speisesalz verwendet.

 

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Patienteninformation der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) zu Karies

Patienteninformation der BZÄK zur Professionellen Zahnreinigung

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz BMJV