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Wechsel des Kieferorthopäden

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Eine Zahnspangen-Behandlung muss bei der Kasse beantragt und genehmigt werden. Deshalb müssen Patienten die Kasse informieren, wenn sie den Zahnarzt wechseln wollen.
  • Ein Wechsel während der laufenden Behandlung ist nur möglich, wenn ein triftiger Grund vorliegt. Die Krankenkasse kann dies prüfen.
  • Bei einem Wechsel haben Patienten nur Anspruch auf Kopien oder Duplikate ihrer Behandlungsunterlagen, nicht auf Originaldokumente. Eine Ausnahme sind Röntgenbilder.
Behandlungstuhl in einer Zahnarztpraxis
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Darf man einfach den Kieferorthopäden wechseln?

Patienten haben in Deutschland das Recht der freien Arztwahl. Trotzdem gibt es Fälle, in denen ein Wechsel nur nach Rücksprache mit der Krankenkasse möglich ist. Dazu gehört eine laufende kieferorthopädische Behandlung, die wie eine Zahnersatz- und Parodontitis-Behandlung beantragungs- und genehmigungspflichtig ist. Wer eigenmächtig den Kieferorthopäden wechselt, kann bei einer fehlenden Zustimmung der Kasse Schwierigkeiten mit der Kostenübernahme bekommen.

Welche Gründe machen einen Wechsel möglich?

Im Bundesmantelvertrag zwischen gesetzlichen Krankenkassen und Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung ist festgehalten, dass ein Zahnarztwechsel bis zum Abschluss einer kieferorthopädischen Behandlung "nur bei Vorliegen eines triftigen Grundes möglich" ist (§ 8 BMV-Z).

Falls Patienten ein gestörtes Vertrauensverhältnis als Grund angeben, kann die Krankenkasse dies prüfen und auch den behandelnden Zahnarzt anhören. Ist ein Zahnarztwechsel unumgänglich, etwa weil der Patient oder der Kieferorthopäde umzieht oder der Zahnarzt seine Praxis aufgibt, ist ebenfalls eine Rücksprache mit der Krankenkasse nötig.

Falls dann der neue Zahnarzt den ursprünglichen Behandlungsplan nicht übernimmt, ist ein neuer Plan möglich. Übrigens kann auch ein Zahnarzt unter bestimmten Voraussetzungen ein Behandlungsverhältnis beenden, etwa wenn Patienten seinen Empfehlungen nicht folgen, häufig und selbstverschuldet Termine nicht einhalten oder wenn das Vertrauen durch Auseinandersetzungen nachhaltig geschwächt ist.

Haben Patienten einen Anspruch auf Dokumente?

Bei einem Zahnarztwechsel ist es hilfreich, Röntgenbilder oder Abdrücke nicht neu anfertigen zu müssen. Grundsätzlich sind Ärzte und Zahnärzte jedoch verpflichtet, ihre Arbeit zu dokumentieren und diese Dokumente zehn Jahre lang aufzubewahren. Originale müssen sie also nicht herausgeben. Patienten haben das Recht auf Einsicht in ihre Patientenakte und können Kopien bekommen oder Duplikate von Modellen.

Röntgenbilder müssen Ärzte oder Zahnärzte einem weiterbehandelnden Kollegen "vorübergehend überlassen", um eine weitere Belastung mit Röntgenstrahlen zu vermeiden (§ 28 Absatz 8 Röntgenverordnung RöV). Für einen Informationsaustausch zwischen zwei Zahnärzten ist zudem wegen der ärztlichen Schweigepflicht der Wille des Patienten entscheidend.

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz BMJV