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Woran erkenne ich einen guten Zahnarzt?

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Das A und O einer guten Zahnarztpraxis ist eine verständliche und umfassende Beratung durch den Arzt auf Augenhöhe. Der Zahnarzt nimmt sich ausreichend Zeit und bespricht Diagnose, Therapie und Alternativen.
  • Ein qualifizierter Zahnarzt legt viel Wert auf Zahnvorsorge und Zahnerhaltung und bietet dem Patienten Tipps für die häusliche Mundpflege an.
  • Spezialist kann sich jeder nennen. Patienten sollten auf seriöse und anerkannte Titel achten.
  • Bewertungsportale für Zahnärzte können bei der Wahl helfen, bieten aber nicht immer verlässliche Informationen.
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Gute Praxisorganisation

Gerade Berufstätige kennen das: Besondere Terminangebote am Abend kommen den Bedürfnissen von Patienten entgegen. Aber flexible Öffnungszeiten sagen noch nichts über die Qualität einer Zahnarztpraxis aus. Lange Wartezeiten auf einen Termin oder lange Wartezeiten in der Praxis sind oft ein Indiz für eine schlechte Praxisorganisation. Patienten sollten bei einem fest vereinbarten Termin grundsätzlich nicht länger als 30 Minuten warten müssen. Bei Schmerzen sollte es stets möglich sein, zeitnah einen Termin zu erhalten.

Viele Praxen bieten ein sogenanntes Recall System an, bei dem Patienten eine automatische Benachrichtigung erhalten, um sie an zahnärztliche Kontrolltermine zu erinnern. Denn: Zweimal im Jahr haben gesetzlich Krankenversicherte Anspruch auf eine zahnärztliche Kontrolluntersuchung.

Kompetentes Erstgespräch und gründliche Eingangsuntersuchung

Wenn sich Patienten in einer neuen Praxis vorstellen sollte der Zahnarzt ein ausführliches Erstgespräch führen. Dabei wird er nach bestehenden Erkrankungen wie Karies, Parodontitis oder anderen Grunderkrankungen fragen, sowie nach möglichen Therapiewünschen. Wichtig ist auch eine gründliche Erstuntersuchung, damit sich der Zahnarzt ein eigenes Bild vom gesundheitlichen Zustand der Zähne und des Zahnfleisches machen kann. Dazu gehört manchmal auch ein Röntgen der Zähne.

Beratung und Wahlfreiheit bei anstehenden Behandlungen

Steht eine konkrete Behandlung an, muss der Arzt den Patienten in verständlicher Sprache beraten. Das Aushändigen von schriftlichen Informationen ersetzt niemals das verpflichtende Gespräch. Die Beratung sollte findet nicht im Liegen stattfinden, sondern sitzend und auf Augenhöhe mit dem Arzt. Nicht das Praxispersonal, sondern der Arzt berät den Patienten umfassend zum Verlauf der Therapie und deren Risiken und bietet Alternativen an. Ein Zahnarzt, der die Kassenzulassung besitzt, ist verpflichtet, die Therapien und Leistungen der Krankenkasse ausführlich darzustellen. Vorsicht ist geboten, wenn der Arzt Kassenleistungen als unzureichend abwertet und nur eine kostenpflichtige Therapie vorschlägt. In vielen Fällen ist eine Behandlung ohne kostenpflichtige Extras möglich (Ausnahme u.a.: Zahnersatz).

Hinweis: Ein Zahnarzt, der nicht nur am Geld des Patienten interessiert ist, wird kostenfreie Alternativen der Krankenkasse benennen und Zusatzangebote mit privaten Mehrkosten als solche darstellen. Unterschiede in Preis und Qualität müssen für den Patienten klar nachvollziehbar sein.

Fassen Sie am Ende der Beratung nochmal die für Sie wesentlichen Punkte zusammen, die Ihnen erklärt wurden und teilen Sie diese dem Zahnarzt mit. So haben Sie und Ihr Arzt die Gewissheit, dass Sie alle wesentlichen Punkte der anstehenden Behandlung und mögliche Kosten verstanden haben. Bei teuren und länger andauernden Therapieangeboten fertigen Sie zuhause ein kurzes Gedächtnisprotokoll an. So haben Sie immer einen Überblick über die laufende Behandlung.

Fokus: Mundpflege daheim

Ein kompetenter Zahnarzt legt viel Wert auf eine gute Zahnvorsorge. Das bedeutet, dass der Zahnarzt dem Patienten im Rahmen der Kontrolltermine regelmäßig Tipps und Hilfestellungen für die häusliche Mundpflege gibt. Zudem sollte er regelmäßig die Tiefe von Zahnfleischtaschen messen, um frühzeitig eine Parodontitis zu erkennen und zu behandeln.

Hinweis: Ein guter Zahnarzt bindet den Patienten aktiv in die Zahnvorsorge ein und ist nicht primär darauf bedacht, ihm regelmäßig eine teure Professionelle Zahnreinigung zu verkaufen. Denn: Entscheidend ist weniger die Zahnreinigung in der Praxis als vielmehr die täglich, korrekt durchgeführte Mundhygiene daheim.

Wenn sich Patienten für eine Professionelle Zahnreinigung entscheiden, sollten sie darauf achten, dass der Zahnarzt selbst das Ergebnis der Zahnreinigung im Nachgang kontrolliert.

Vorsicht vor angeblichen Spezialisten

Unter Zahnärzten herrscht hoher Wettbewerb. Mit plakativen Bezeichnungen, die Erfahrung und Kompetenz versprechen, werden gerne neue Patienten angeworben. Anderes als in den übrigen Arztgruppen gibt es aber im zahnmedizinischen Bereich nur wenige Facharzt-Titel.

Hierzu gehören die Fachzahnärzte für Parodontologie, Kieferorthopädie und Oralchirugie. Begriffe wie "Implantologe" oder "Prophylaxe Spezialist" sind nicht geschützt und bieten daher allein kein Qualitätsmerkmal.

Patienten sollten darauf achten, ob der Titel an die Fortbildung einer Fachgesellschaft geknüpft ist. Dazu gehört z.B. der DG PARO-Spezialist für Parodontologie.

Vorsicht bei Arztbewertungsportalen

Arztbewertungsportale, auf denen Patienten auch Bewertungen zu Zahnärzten finden können, erfreuen sich mittlerweile großer Beliebtheit. Patienten sollten jedoch wissen, dass Verzerrungen und Manipulationen möglich sind.

Hinweis: Zum einen können Ärzte bei einigen Bewertungsportalen sogenannte "Premium-Einträge" kaufen, sodass sie in der Trefferliste ganz oben erscheinen oder farblich hervorgehoben werden. Dieses Ranking ist dann nicht auf positive Bewertungen zurückzuführen.

Viele Ärzte haben bislang nur wenige, unter Umständen sogar nur eine Bewertung erhalten. So lässt sich keine fundierte Meinung über eine Praxis bilden. Patienten sollten daher auch Freunde, Bekannte und Kollegen um Rat fragen.

Die Bundeszahnärztekammer hat gemeinsam mit der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung einen Leitfaden zu Qualitätsanforderungen für Zahnbewertungsportale entwickelt, mit dem sich die Qualität von Zahnbewertungsportalen einschätzen lässt. Entscheidend für ein qualitatives Bewertungsportal sind vor allem ein verständliches, transparentes Bewertungsverfahren und eine Trennung von Inhalt und Werbung im Portal.

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz BMJV