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Wie wird eine Parodontitis behandelt?

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Parodontitis zeigt sich durch gelegentliches Zahnfleischbluten, Zahnbelag und zurückgehendes oder geschwollenes Zahnfleisch, ist aber gerade im Anfangsstadium für Patienten nur schwer zu erkennen.
  • Bei der systematischen Parodontitistherapie werden Beläge aus schwer zugänglichen Zahnfleischtaschen entfernt.
  • Möglich ist ein geschlossenes und ein offenes (chirurgisches) Vorgehen.
  • Entscheidend für einen Therapieerfolg ist die Mitarbeit des Patienten und eine oft jahrelange Nachsorge.
Parodontaler Screening Index (PSI): Messung der Tiefe von Zahntaschen mit einer Messsonde zur Diagnose der Paradontitis
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Was ist eine Parodontitis?

Bei der Parodontitis handelt es sich um bakterielle Entzündungen, die z. B. im Zahnfleisch entstehen, wenn sich Essensreste beim Zähneputzen nicht aus den Zahnfleischtaschen entfernen lassen. Ursache ist meist eine schlechte Mundhygiene, aber Parodontitis ist eine multifaktorielle Erkrankung. Risikofaktoren sind etwa das Rauchen, eine genetische Disposition oder ein Diabetes. Eine Parodontitis ist anfangs nicht schmerzhaft und wird häufig spät entdeckt. Unbehandelt können zunächst Blutungen und Eiterungen auftreten, langfristig führt sie zum Knochenabbau –und Zahnverlust. Zahnmediziner unterscheiden eine leichte, eine mittlere und eine schwere Form der Parodontitis. Vermutlich haben acht bis 13 Millionen Menschen in Deutschland eine behandlungsbedürftige schwere Parodontal-Erkrankung. Durch die Therapie kann die Krankheit nicht rückgängig gemacht, sondern nur zum Stillstand gebracht werden.

Grafik: Stufenweise Entstehung einer Parodontitis: 1. gesunder Zahn, 2. Zahnfleischentzündung, 3. Parodontitis

Illustration: Stufenweise Entstehung einer Parodontitis: 1. gesunder Zahn, 2. Zahnfleischentzündung, 3. Parodontitis

(Illustration: bilderzwerg / Fotolia.com)

Parodontitis-Behandlung: Was wird gemacht?

Die Behandlung von Parodontitis ist dreigeteilt: Es gibt eine Vorbehandlung, dann die eigentliche Therapie und schließlich die Nachbehandlung.

Die Vorbehandlung: In der ersten Phase der Behandlung erhalten Patienten eine Anleitung für die eigene Mundhygiene, um die bakteriellen Zahnbeläge täglich selbst möglichst vollständig entfernen zu können. In der Zahnarztpraxis werden zudem weiche und harte Beläge entfernt. Ebenso werden irritierende Faktoren wie überstehende Füllungsränder oder Karies entfernt. Falls nötig, werden vor der Hauptphase Wurzelkanäle gefüllt oder nicht erhaltungswürdige Zähne gezogen.

Die systematische Parodontitistherapie: Dabei entfernt der Zahnarzt Beläge an schwer zugänglichen Zahnfleischtaschen und Wurzelgabelungen, an den Oberflächen der Zahnhälse und Zahnwurzeln. Dieses sogenannte "subgingivale Scaling" oder "deep Scaling" erfolgt unter örtlicher Betäubung. Fachleute sprechen dabei von einem geschlossenen Vorgehen. In manchen Fällen ist ein "offenes Vorgehen" nötig. Dabei wird das Zahnfleisch an den entzündeten Stellen aufgeschnitten und zurückgeklappt, damit die zu reinigenden Stellen besser erreichbar sind. Falls die Parodontitis den Knochen angegriffen hat, kann dieser wieder geglättet werden. Abschließend wird das Zahnfleisch vernäht, so dass es eng am Zahn anliegt.

Die Nachbehandlung: In regelmäßigen Abständen werden Zähne und Zahnfleisch kontrolliert, die Zahnfleischtaschen gemessen und Beläge entfernt. Fachlich wird diese Nachsorge als "Unterstützende Parodontitistherapie" (UPT) bezeichnet. Die Abstände richten sich nach dem Schweregrad der Erkrankung. Weil die Mitwirkung der Patienten nach Auffassung der Fachgesellschaften entscheidend ist für den Erfolg der Behandlung, sind auch bei der UPT stets Empfehlungen für die Zahnpflege zu Hause wichtig.

Mehr zum Thema:

Ratgeber 1: Parodontitis (Vorbeugung, Therapie) - Ratgeber für Patienten der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie e.V. 

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz BMJV