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Vorsicht bei Vorschuss und Ratenzahlung

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ratenzahlungen sind erlaubt, doch Patienten sollten darauf achten, ob die Pauschalen mit der erbrachten Leistung übereinstimmen.
  • Alternativ ist es möglich, regelmäßig eine Rechnung zu verlangen.
  • Zu Vorauszahlungen können Patienten nicht verpflichtet werden. Ausnahme: Laborkosten.
Arzt nimmt Geldscheine entgegen
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Was spricht für Ratenzahlungen?

Weil kieferorthopädische Behandlungen mehrere Jahre dauern und auch dann ein Eigenateil vorgesehen ist, wenn die Behandlung von der Krankenkasse getragen wird, entstehen auch ohne zusätzliche Privatleistungen stets Kosten. Diese erhöhen sich durch Sonderwünsche jenseits der Kassenleistung. Häufig angeboten werden zahnfarbene Brackets, elastische Bögen, professionelle Zahnreinigungen oder Funktionsanalysen. Erwachsene müssen meist die komplette Therapie selbst bezahlen. Ratenzahlungen ermöglichen es, einen großen Betrag in kleine Einheiten aufzuteilen. Sie können auch über die Behandlungszeit hinaus vereinbart werden.

Wie teuer wird es pro Monat?

Eine Versichertenbefragung der Krankenkasse DAK zeigte 2015, dass zwei Drittel der Eltern oder der Patienten eine monatliche Pauschale an den Kieferorthopäden zahlen. Meist belief sich der Betrag auf 20 bis 40 Euro pro Monat – gerechnet auf vier Jahre ergibt das eine Gesamtsumme von knapp 1.000 bis knapp 2.000 Euro. In 30 Prozent der Fälle waren es auch mehr als 40 Euro pro Monat. Bei sehr teuren Extras, etwa bei unsichtbaren Zahnspangen (Invisalign), können auch monatliche Kosten von 100 oder 200 Euro entstehen.

Welche Nachteile haben Ratenzahlungen?

Die angeblich niedrigen Raten verschleiern die Gesamtkosten. Das kann auch diejenigen zu einer hohen Gesamtsumme verleiten, die sich das finanziell nicht leisten können. Falls man die Arbeit verliert oder krank wird, kann man unter Umständen die Raten nicht mehr bezahlen. Zudem wird es kompliziert, wenn man die Art der Therapie oder den Arzt wechseln möchte.

Die Verbraucherzentrale rät daher zu einer Bezahlung nach Behandlungsabschnitten. Dabei klären Sie regelmäßig, was wirklich notwendig ist und was nicht, und nach jedem Behandlungsabschnitt erstellt der Zahnarzt eine Rechnung. Für den Zahnarzt mag das Mehraufwand bedeuten, doch es reduziert genauso wie Ratenzahlungen das Risiko, dass er am Ende einer mehrjährigen Behandlung möglicherweise nicht die vereinbarte Gesamtsumme erhält.

Sind Vorauszahlungen erlaubt?

Die Regel ist: Der Zahnarzt erbringt vollständig seine Leistung, dann schreibt er eine Rechnung, dann bezahlt der Patient. So ist es in der privaten Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ, §10) geregelt.

Patienten sind mit der Rechnungserteilung grundsätzlich zur Zahlung verpflichtet, sie müssen aber keine Vorkasse akzeptieren. Eine Ausnahme können Laborkosten sein, für die der Zahnarzt selbst in Vorleistung tritt (Urteil des Oberlandesgerichts München von 1995, Az. 1 U 5547/94).

 

Mehr zum Thema:


Kieferorthopädische Versorgung (Stand: 2015) (PDF) - Versichertenbefragung der DAK

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz BMJV