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Meine Zahnbehandlung in neun Schritten

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Zahnbehandlungen können zeitaufwändig und kostspielig werden. Nehmen Sie erst dann auf dem Behandlungsstuhl Platz, wenn alle wichtigen Fragen geklärt sind. Die folgenden Tipps helfen Ihnen bei der Planung Ihrer nächsten Zahnbehandlung.

Junger Mann mit Bart zeit Daumen hoch auf dem Zahnarztstuhl in der Zahnarztpraxis
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Schritt 1: Bestehen Sie auf eine Beratung durch den Zahnarzt

Jede zahnärztliche Behandlung beginnt mit einer persönlichen Beratung durch den Arzt. Auskünfte durch das medizinische Fachpersonal oder schriftliche Informationen können das ärztliche Gespräch ergänzen, aber niemals ersetzen.

Sorgen Sie dafür, dass Sie sich während der Beratung in einer aufrechten Sitzposition befinden. Was banal klingt, wird leider häufig vergessen. Informationen im Liegen bei aufgesperrtem Mund kurz vor der Behandlung stellen keine angemessene Beratung dar.

Fragen Sie auch nach Nebenwirkungen und Einschränkungen, mit denen Sie nach der Behandlung rechnen müssen. Fragen Sie, ob möglicherweise Folgebehandlungen notwendig werden.

Wichtig: Fassen Sie am Ende der Beratung nochmal die für Sie wesentlichen Punkte zusammen, die Ihnen erklärt wurden und teilen Sie diese dem Zahnarzt mit. So haben Sie und Ihr Arzt die Gewissheit, dass Sie alle wesentlichen Punkte der anstehenden Behandlung und mögliche Kosten verstanden haben.

Schritt 2: Fragen Sie nach Behandlungsalternativen

Zahnbehandlungen werden von der Krankenkasse wie jede andere ärztliche Behandlung übernommen. Sofern Ihnen der Arzt eine privat zu zahlende Therapie unterbreitet, sollten Sie immer nach einer kostenlosen Alternativen der gesetzlichen Krankenkassen fragen.

Speziell für Zahnersatz gelten andere Regeln. Hier werden von der Krankenkasse sogenannte "Festzuschüsse" gezahlt, also feste Beträge abhängig vom Befund. Dabei ist es unerheblich, welche Therapie zur Behandlung gewählt wird, der Patient wird immer an den Kosten eines Zahnersatzes beteiligt.

Schritt 3: Besprechen Sie die Behandlung mit Ihrer Krankenkasse

Vor Zustimmung in eine kostenpflichtige Behandlung sollten Sie mit Ihrer Krankenkasse Rücksprache halten. Hierzu steht Ihnen bei den meisten Krankenkassen eine kostenlose Beratungshotline zur Verfügung.

Neben den Informationen des Arztes erhalten Sie nochmal eine gesicherte Auskunft darüber, ob es nicht tatsächlich eine kostengünstigere, von der Krankenkasse bezahlte Behandlungsalternative gibt. Durch Angaben über Ihre persönliche wie finanzielle Situation können Sie Informationen zu besonderen Zuschüssen erhalten, z.B. besondere Füllmaterialien für Allergiker, ein erhöhter Zuschuss für Zahnersatz bei Geringverdienern, aber auch jährliche Zuschüsse bei der Professionellen Zahnreinigung.

Schritt 4: Bestehen Sie auf eine schriftliche Aufstellung aller privat zu zahlenden Kosten

Zahnbehandlungen können sehr kostspielig werden. Sie sollten erst mit der Behandlung starten, wenn sämtliche Kostenfragen geregelt sind. Klären Sie, ob Sie die Behandlung ganz oder teilweise selbst bezahlen müssen. Halten Sie hierzu auch immer Rücksprache mit Ihrer Krankenkasse.

Bitten Sie immer um eine schriftliche Aufstellung der Kosten. Der Zahnarzt ist verpflichtet die voraussichtlichen Gebühren so genau wie möglich im Vorfeld aufzulisten. Dazu gehört auch die Benennung des Steigerungsfaktors für sämtliche Einzelleistungen. Für eine Behandlung gilt der Faktor 2,3 als Regel. Stellen Sie sicher, dass Sie nicht nur eine schriftliche Aufstellung über die Kosten des Zahnarztes erhalten, sondern auch eine Aufstellung über anfallende Material- und Laborkosten.

Schritt 5: Vergleichen Sie Preise

Nicht nur bei Handwerkern, sondern auch unter Ärzten können sich große Unterschiede bei der Preisberechnung ergeben. Zwar müssen Zahnärzte alle privaten Leistungen nach der sogenannten Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) abrechnen, allerdings steht ihnen bei der Wahl der Gebührennummer und des Steigerungssatzes ein Spielraum zu. Während der Steigerungssatz bei zahnärztlichen Leistungen in der Regel bei 2,3 liegt, kann ein erhöhter Satz von 3,5 die Kosten bereits um 50 % in die Höhe treiben.

Da die Krankenkasse privatärztliche Leistungen weder prüft noch erstattet, muss der gesetzlich Versicherte diese Kosten selber beurteilen. 
Darum: Holen Sie gerade bei größeren Behandlungen eine unverbindliche zahnärztliche Zweitmeinung ein, z.B. bei den Patientenberatungsstellen der Landesärztekammern, die die geplanten Kosten auf Angemessenheit und Richtigkeit überprüfen können. Speziell für den Bereich Zahnersatz bietet die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung ein kostenfreies Zweitmeinungsmodell an.

Schritt 6: Seien Sie vorsichtig bei Vorschuss- und Ratenzahlungen

Bei kostspieligen Behandlungen werben Zahnärzte gerne mit Vorschuss- und Ratenzahlungen. Scheinbar niedrige Raten verschleiern gerade bei aufwendigen Behandlungen die hohen Gesamtkosten. Das kann auch Patienten zu einer Einwilligung verleiten, die sich das finanziell eigentlich nicht leisten können. Verliert man die Arbeit oder wird man krank, können unter Umständen die Raten nicht mehr bezahlt werden. Zudem wird es kompliziert, wenn man die Art der Therapie oder den Arzt wechseln möchte.

Besser ist es, nach jedem abgeschlossenen Behandlungsschritt die entsprechende Teilrechnung zu bezahlen und vor jedem neuen Behandlungsabschnitt zu klären, was notwendig ist und welche zusätzlichen Extras gewünscht sind.
Auch Vorauszahlungen vor Behandlungsbeginn sollten Patienten skeptisch begegnen. Die Regel ist: Der Zahnarzt erbringt vollständig seine Leistung, dann schreibt er eine Rechnung, diese bezahlt der Patient.

Wichtig: Patienten müssen nicht vor Inanspruchnahme einer privaten Behandlung bezahlen, sie müssen auch keine Anzahlung leisten.

Schritt 7: Schließen Sie vor kostenpflichtigen Behandlungen eine schriftliche Vereinbarung

Vor einer kostenpflichtigen Behandlung muss der Zahnarzt mit Ihnen einen schriftlichen Vertrag abschließen. Hier wird festgehalten, dass die Behandlung auf Ihren Wunsch erfolgt und nicht auf Kosten der gesetzlichen Krankenkasse abgerechnet werden kann.
Eine solche schriftliche Vereinbarung wird zum Beispiel für Zahnfüllungen erforderlich, die über den gesetzlichen Leistungsanspruch der Krankenkassen hinausgehen. Hier muss der Zahnarzt mit dem Patienten eine sogenannte schriftliche Mehrkostenvereinbarung schließen. Muster: Mehrkostenvereinbarung bei Füllungen

Wird im Vorfeld keine schriftliche Vereinbarung getroffen, sind Sie berechtigt die Zahlung der Leistung zu verweigern.

Schritt 8: Prüfen Sie Ihre Zahnarztrechnung bevor Sie sie bezahlen

Nach einer Privatbehandlung stellt der Zahnarzt eine Rechnung auf Basis der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) aus. Dort müssen sämtliche Einzelleistungen inkl. Gebührennummer und Steigerungssatz aufgelistet sein. Wählt der Zahnarzt einen höheren Steigerungssatz als 2,3 muss er dies in der Rechnung begründen. Berechnet er mehr als das 3,5fache, muss der Patient dem vorher in einer gesonderten Vergütungsvereinbarung schriftlich zustimmen. Die normale schriftliche Einwilligung vor Behandlungsbeginn (siehe Tipp 7) reicht hierzu nicht aus.

Bei Unstimmigkeiten zur Höhe der Rechnung vereinbaren Sie mit dem Zahnarzt bzw. der Abrechnungsstelle einen Mahnstopp, um die Rechnung extern überprüfen zu lassen. Eine Möglichkeit zur Rechtsprüfung bieten die Patientenberatungen der (Zahn-)Ärztekammern in den verschiedenen Bundesländern an.

Wichtig: Abweichungen zwischen dem schriftlichen Kostenvoranschlag und der Endrechnung müssen Patienten nicht vorbehaltlos hinnehmen. Abweichungen von maximal 10-20 % können sie tolerieren – aber nur, wenn besondere Schwierigkeiten oder ein erhöhter Zeitaufwand im Vorfeld nicht erkennbar waren.

Schritt 9: Bestehen Sie auf Nachbesserung

Zahnärzte sind laut Gesetz verpflichtet, bei Füllungen und Zahnersatz für Mängel zu haften. Das bedeutet, dass Sie als gesetzlich Krankenversicherter ein Recht auf kostenlose Nachbesserung und Wiederherstellung innerhalb von zwei Jahren haben. Treten nach einer Behandlung Probleme auf, sollten Sie zuerst das Gespräch mit Ihrem behandelnden Zahnarzt suchen und ihm die Möglichkeit zur kostenlosen Korrektur geben. Ein Zahnarzt hat einen Anspruch auf eine mehrmalige Nachbesserung. Wenn Sie bei hoher Unzufriedenheit mit der Nachbesserung einen Zahnarztwechsel planen, informieren Sie auf jeden Fall die Krankenkasse, damit die Kosten bei dem Zweitzahnarzt auch übernommen werden.

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz BMJV