Menü

Glossar Kostenfalle-Zahn

Off
AGZ RNK

Arbeitsgemeinschaft Zahngesundheit für die Stadt Heidelberg und den Rhein-Neckar-Kreis. Die AGZ RNK ist eine zahnärztliche Verbraucher- und Patientenberatung mit bundesweitem Internetauftritt und von den Krankenkassen gefördertes Modellprojekt. Website der AGZ RNK.

Amalgam

Amalgam ist ein Material, das aus Quecksilber, Silber, Kupfer, Zinn besteht und für Zahnfüllungen im Seitenzahnbereich verwendet wird. Amalgam ist zwar optisch auffällig, hat aber viele Vorteile. Es ist preiswert, gut zu verarbeiten, lange haltbar und eignet sich vor allem für große Defekte im Seitenzahnbereich. Umstritten ist Amalgam, weil es Quecksilber enthält.

Anamnese

Die systematische Erstbefragung des Patienten durch den Arzt oder Zahnarzt nennt man Anamnese. Erfasst werden die aktuellen Beschwerden, die gesundheitliche Vorgeschichte sowie Zahnerkrankungen, die Einnahme von Medikamente, vorhandene Allergien.

Andersartige Versorgung

Der Begriff bezeichnet eine Versorgung mit Zahnersatz, die eine reine Privatleistung ist (Beispiel: Implantat). Diese Leistung muss auch der gesetzlich Krankenversicherte komplett aus eigener Tasche bezahlen.

BAföG

BAföG ist die Abkürzung für Bundesausbildungsförderungsgesetz und regelt die staatliche Unterstützung für die Ausbildung von Schülern und Studenten. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Informationsseite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Bema

Bema steht als Abkürzung für den "einheitlichen Bewertungsmaßstab", der als eine Art Honorartabelle die Grundlage darstellt für die Abrechnung zahnärztlicher Kassenleistungen für gesetzlich Versicherte. Ausgehandelt werden die zugrundeliegenden (Bema-)Gebühren zwischen der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung und dem Spitzenverband der Krankenkassen.

Biofilm

Der Biofilm ist ein bakterieller Zahnbelag und wird auch als Plaque bezeichnet.

Bleaching

Bleaching bezeichnet ein Verfahren zur Aufhellung der Zähne mit Hilfe eines Bleichmittels (z.B. Wasserstoffperoxid). Der Begriff Bleaching kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt "bleichen".

Bonusheft

Das Bonusheft ist ein schriftlicher Nachweis, dass Patienten regelmäßig die zahnärztlichen Kontrolluntersuchungen haben durchführen lassen. Mit einem lückenlosen Bonusheft gewähren die Krankenkassen einen erhöhten Zuschuss für die Versorgung mit Zahnersatz.

Haben Patienten ihre jährliche Kontrolluntersuchungen 5 Jahre lang im Bonusheft dokumentiert, erhöht sich der Zuschuss der Krankenkasse von 50% auf 60%, nach 10 Jahren auf 65%.

Brücke

Eine Brücke ist in der Regel ein festsitzender Zahnersatz, bei der die angrenzenden Zähne als Pfeiler für ein Überspannen der Zahnlücke genutzt werden.

Man unterscheidet zwischen festsitzenden Brücken, die fest einzementiert und nur vom Zahnarzt entfernt werden können und herausnehmbaren Brücken, die vom Patienten zur optimalen Mundhygiene selbst herausgenommen werden können.

Bruxismus

Bruxismus ist der Fachbegriff für "Zähneknirschen". Bruxismus kann zu Beschwerden im Kiefergelenk oder Schädigungen im Zahnhalteapparat (Zahnlockerungen) führen.

Bundesarbeitsgemeinschaft der PatientInnenstellen- und Initiativen (BAGP)

Die BAGP ist ein Zusammenschluss unterschiedlicher Patientenvereinigungen in Deutschland und wurde 1989 gegründet. Zu ihren Aufgaben gehören die Information, Beratung und Unterstützung von Patienten.

Außerdem gehört die BAGP zur Patientenvertretung im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA).

Bundesgerichtshof / BGH

Der BGH ist ein oberste Bundesgericht in Deutschland und dient als letzte Instanz in Zivil- und Strafverfahren. Der BGH hat seinen Sitz in Karlsruhe.

Bundesmantelvertrag (BMV)

Der Bundesmantelvertrag regelt unterhalb des Sozialgesetzbuches (SGB V) Art und Umfang der vertragszahnärztlichen Versorgung und enthält Vorschriften für die Behandlungen. Geschlossen wird der BMV zwischen der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung und den Krankenkassen

Bundeszahnärztekammer

Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) ist die Spitzenorganisation der 17 Landeszahnärztekammern. Jedoch ist die BZÄK im Gegensatz zu ihnen keine Körperschaft des öffentlichen Rechts, sondern ein eingetragener Verein und gegenüber den Landeszahnärztekammern nicht weisungsbefugt.

Website der Bundeszahnärztekammer.

CE-Norm

CE steht für Conformité Européenne (Europäische Konformität) und besagt, dass das entsprechende Produkt die Anforderungen aller für dieses Produkt gültigen Richtlinien der Europäischen Union erfüllt. Die CE-Kennzeichnung ist kein Prüfsiegel, sondern ein reines Verwaltungszeichen.

Craniomandibuläre Dysfunktion / CMD

Craniomandibuläre Dysfunktion, kurz CMD, steht für Funktionsstörungen im Zusammenspiel von Zähnen, Kaumuskeln und Kiefergelenken. Es ist die Bezeichnung für eine Ansammlung von Symptomen wie Schmerzen im Kiefer- und Gesichtsbereich, Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen, Kiefergelenk- und Ohrgeräuschen, die letztendlich auf einen Fehlbiss oder auch Anspannung und Stress zurückgeführt werden können.

DGZMK

Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde

Die DGZMK ist der Dachverband der wissenschaftlichen Gruppierungen der deutschen Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Die DGZMK wurde 1859 gegründet und koordiniert die Erarbeitung von Leitlinien für die zahnmedizinische Behandlung und den Wissenstransfer.

Diabetes

Diabetes, umgangssprachlich auch als "Zuckerkrankheit" bezeichnet, ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der die Blutzuckerwerte dauerhaft zu hoch sind. Die Wechselbeziehungen zwischen Diabetes und einer Parodontitis werden seit vielen Jahren untersucht. Viele klinische Studien belegen, dass eine unbehandelte Parodontitis die Kontrolle bzw. Einstellung des Blutzuckerspiegels massiv erschweren und somit die Folgen einer Zuckerkrankheit verschlimmern kann.

Dispokredit

Dispokredit steht für Dispositionskredit und bezeichnet die Einräumung eines Kredits für das laufende Girokonto mit dem Ziel einer vertraglich begrenzten Überziehungsmöglichkeit. Dieser Kredit wird direkt vom Kreditinstitut gewährt.

Eigenbeteiligung

Eigenbeteiligung meint die finanzielle Beteiligung des gesetzlich Krankenversicherten an den Kosten seiner zahnmedizinischen Behandlung. Hierzu gehört z.B. die Versorgung mit Zahnersatz, bei der der Patient nur einen Kostenzuschuss von 50% seitens der Krankenkasse erhält – die anderen 50% muss er aus eigenen Mitteln bezahlen.

EWR-Staaten

Hierzu gehören die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, sowie Island, Liechtenstein und Norwegen. EWR ist eine Abkürzung und steht für Europäischer Wirtschaftsraum. Gemeint ist damit eine Freihandelszone zwischen der Europäischen Union und der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA).

Festzuschuss

Der Festzuschuss bezeichnet den Zuschuss der gesetzlichen Krankenkasse für die Versorgung mit Zahnersatz. Er beträgt 50% der Kosten für die Regelversorgung. Die anderen 50% muss der Patient im Rahmen seiner Eigenbeteiligung selbst dazu bezahlen.

Fissuren Versiegelung / Versiegelung

Fissuren sind Vertiefungen (Furchen) im Zahn, die bei einer Versiegelung aufgefüllt und verschlossen (versiegelt) werden. Dies dient der Kariesvorsorge.

Fluoridierung

Als Fluoridierung bezeichnet man die Zugabe von Fluoriden, z.B. in eine Zahnpaste oder in Tafelsalz. Bezüglich der Kariesprophylaxe hat sich herausgestellt, dass eine ausreichende Versorgung des Körpers mit Fluoriden das Auftreten von Karies deutlich mindert.

Frontzahnbereich / Frontzähne

Im Frontzahnbereich befinden sich die beim Sprechen sichtbaren Zähne, die in der Regel aus vier Schneidezähnen und zwei Eckzähnen im Ober- und Unterkiefer bestehen. Frontzähne haben im Gegensatz zu Seitenzähnen eine Schneidekante und keine Kaufläche.

Gebührennummer

Gebührennummern sind Bestandteil der ärztlichen Gebührenordnungen und regeln die abrechenbaren medizinischen Leistungen bei der Erbringung privatärztlicher Leistungen. Sie sind im Gebührenverzeichnis als Anlage zur GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) oder GOZ (Gebührenordnung für Zahnärzte) zusammengefasst.

Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ)

Die GOZ regelt die Vergütung für zahnärztliche Leistungen, die nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Auf Grundlage der GOZ werden zahnärztliche Leistungen für Privatpatienten oder auch Selbstzahlerleistungen für gesetzlich Krankenversicherte in der Zahnmedizin abgerechnet.

Gemeinsamer Bundesausschuss / G-BA

Der Gemeinsame Bundesausschuss ist das oberste Beschlussgremium im deutschen Gesundheitswesen und legt fest, welche medizinischen Leistungen von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden. Er setzt sich aus Vertretern der Ärzteschaft, der Krankenkassen und der Krankenhäuser zusammen, sowie Patientenvertretern mit eingeschränkten Befugnissen.

Genetische Disposition

Genetische Disposition meint im weiteren Sinne die Anfälligkeit für die Vererbung und/oder Ausbildung von Krankheiten aufgrund einer familiären (genetischen) Vorbelastung. Im Bereich der Zahnmedizin kann hierzu z.B. die Parodontitis oder auch Karies gehören.

Gewährleistung

Gewährleistung meint die Haftung für Mängel seitens des Schuldners, in der Zahnmedizin seitens des Zahnarztes. Der Zahnarzt übernimmt beispielsweise eine zweijährige Gewährleistung für auftretende Mängel am Zahnersatz, die er dem gesetzlich Krankenversicherten kostenfrei nachbessern muss.

GKV-Spitzenverband

Der GKV-Spitzenverband ist die oberste Interessensvertretung aller gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland. Er hat seinen Sitz in Berlin und wurde 2008 gegründet.

Gleichartige Versorgung

Der Begriff bezeichnet eine Versorgung mit Zahnersatz, der aus Kassenleistungen und Privatleistungen besteht. Beispiel: Metallkrone mit Vollverblendung: die Kassenleistung wird dabei mit der Krankenkasse abgerechnet (Metallkrone) – die zusätzliche Leistung (Vollverblendung) wird dem Patienten nach der Gebührenordnung für Zahnärzte privat in Rechnung gestellt.

Härtefall / Härtefallregelung

Bezeichnet eine Regelung, nach der Geringverdiener den doppelten Festzuschuss zur Versorgung mit Zahnersatz erhalten und damit 100% der Kosten der Regelversorgung erstattet bekommen. Neben Geringverdienern haben auch andere Gruppen, z.B. Hartz IV Empfänger Anspruch auf den doppelten Festzuschuss.

Heil- und Kostenplan

Ist ein Kostenvoranschlag, der Auskunft über Kosten und Planung von Zahnersatz gibt. Der Heil- und Kostenplan muss vor Behandlungsbeginn der Krankenkasse zur Prüfung und Genehmigung vorgelegt werden. Die Erstellung eines Heil- und Kostenplans ist für den gesetzlich Versicherten kostenlos.

Heilmittel

Heilmittel sind Therapien und Anwendungen die dazu dienen Krankheiten zu heilen oder zu lindern, z.B. Physiotherapie, Massagen, Logopädie oder Ergotherapie.

Die Heilmittelrichtlinie des G-BA regelt wer Heilmittel verordnen darf: Nur Ärzte - Zahnärzte jedoch nur eingeschränkt. Im Heilmittelkatalog ist festgehalten, welche Heilmittel zu welchem Krankheitsbild gehören.

Gesetzlich Krankenversicherte haben Anspruch auf Heilmittel, wenn sie medizinisch notwendig sind. 10 Prozent der Kosten müssen Patienten für das Heilmittel zuzahlen plus 10 Euro für jede Verordnung, wobei eine Verordnung mehrere Anwendungen umfassen kann.

IGeL-Monitor

Ein Internetportal , welches den Nutzen und Schaden von IGeL-Leistungen nach wissenschaftlichen Kriterien bewertet. Er wird betrieben vom Medizinischen Dienst des GKV-Spitzenverbands.

Implantat

Implantate sind künstliche Zahnwurzeln, auf die der eigentliche Zahnersatz (Kronen oder Brücken) befestigt wird. Implantate gehören zu den teuersten Versorgungsformen bei der Behandlung mit Zahnersatz.

Inlay

Ein Inlay ist eine Zahnfüllung, die im Labor angefertigt und in den Zahn einzementiert oder aufgeklebt wird. Inlays können aus Gold, Keramik, Kunststoff oder Titan bestehen. Aus ästhetischen Gründen werden vielfach die zahnfarbendem Kunststoff- und Keramik-Inlays verwendet.

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

Das IQWiG ist ein unabhängiges wissenschaftliches Institut im Gesundheitswesen, das den Nutzen und Schaden von Untersuchungs- und Behandlungsverfahren untersucht. Auf dem Informations- und Serviceportal www.gesundheitsinformation.de erhalten Patienten allgemein verständliche Informationen zu Krankheiten, Diagnosen und Gesundheitsfragen.

invasiv

Invasiv bedeutet, unter Eindringen und Verletzen von körperlichen Strukturen.

Kassenzahnärztliche Vereinigung

Die Kassenzahnärztliche Vereinigung ist die berufliche Interessenvertretung der Vertragszahnärzte in Deutschland. Vertragszahnärzte sind Zahnärzte, die zur ambulanten Behandlung von Kassenpatienten zugelassen sind. Jedes Bundesland unterhält eine eigene Kassenzahnärztliche Vereinigung, in Nordrhein-Westfalen gibt es zwei Vereinigungen (Nordrhein und Westfalen-Lippe). Auf Bundesebene sind die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen in der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung organisiert.

Karies

Ist eine Zahnerkrankung, bei der Bakterien den Zahnschmelz bis hin zur Zahnwurzel zerstören können. Karies aus dem Lateinischen übersetzt bedeutet Fäulnis. Im Frühstadium ist Karies erkennbar an weißen oder braunen Flecken auf den Zähnen.

Kassenleistung

Kassenleistungen werden medizinische Leistungen genannt, die von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden. Diese Leistungen sind im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) festgehalten.

Gesetzlich Krankenversicherte haben Anspruch auf eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung mit allen medizinisch notwendigen Leistungen.

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung

Ist die Interessensvertretung der Kassenzahnärzte auf Bundesebene. Sie berät auch die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen auf Landesebene und hat ihren Sitz in Berlin.

Kieferanomalie

Kieferanomalien sind Abweichen vom normalen Gebisszustand (Kieferfehlstellungen). So beschäftigt sich das Fachgebiet der Kieferorthopädie mit der Behebung bzw. Besserung von Kieferfehlstellungen.

Kieferorthopädische Indikationsgruppen / KIG

Anhand der kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG) stellt der Kieferorthopäde fest, ob eine Fehlstellung der Zähne vorliegt, für deren Behandlung die Krankenkassen aufkommen. Hierzu stuft er den Befund in einen von fünf Behandlungsbedarfsgrade ein. Die Krankenkasse zahlt bei Kindern nur bei Behandlungsgrad 3, 4 und 5.

Komposit

Komposit ist ein Material für Zahnfüllungen, welches aus Kunststoff besteht. Da es zahnfarben ist, wird es aus ästhetischen Gründen nicht nur im Front- sondern gerne auch im Seitenzahnbereich angewendet.

Krone

Eine Krone ist ein Zahnersatz, bei dem eine künstliche Krone wie eine Kappe über den defekten Zahn gesetzt wird. Sie kommt zum Einsatz, wenn der Zahn so zerstört ist, dass er nicht mehr durch eine Zahnfüllung zu retten ist. Zahnkronen bestehen zum Beispiel aus Metall, Keramik oder Kunststoff.

Kronenrand

Der Übergang zwischen Krone und Zahn wird als Kronenrand bezeichnet. Als optimal gilt ein Rand von 0,05 mm, ein Millimeter kann bereits als Behandlungsfehler gewertet werden.

Landeszahnärztekammer

Die Landeszahnärztekammer ist die berufliche Interessensvertretung der Zahnärzte in Deutschland. Jedes Bundesland unterhält eine eigene Zahnärztekammer, in Nordrhein-Westfalen gibt es zwei Kammern (Nordrhein und Westfalen-Lippe). Auf Bundesebene sind die Landeszahnärztekammern in der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) organisiert. Zu ihren Aufgaben gehören zum Beispiel die Qualitätssicherung zahnärztlicher Leistungen oder auch die Gutachter- und Schlichtungsfunktion bei der Überprüfung von Behandlungsfehlern bei Patienten.

Leitlinie

Eine Leitlinie ist eine systematisch entwickelte und wissenschaftlich begründete Handlungsempfehlungen für Ärzte und Zahnärzte, die aber keinen bindenden Charakter haben. In Deutschland werden ärztliche Leitlinien primär meist von den Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, der ärztlichen Selbstverwaltung (Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung) oder von Berufsverbänden entwickelt und verbreitet.

Lippen-Kiefer-Gaumenspalte

Die Lippen-Kiefer-Gaumenspalte ist eine Fehlbildung im Lippen- oder Gaumenbereich. Die Häufigkeit des Auftretens von Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten in Europa beträgt etwa 1 zu 500 Geburten. Spaltbildungen im Kiefer- und Gesichtsbereich gehören damit zu den häufigsten angeborenen Erkrankungen.

Medizinproduktegesetz

Bundesgesetz, das die Anforderungen an den Betrieb und die Nutzung von Medizinprodukten regelt. Zu Medizinprodukten gehören im Unterschied zu Arzneimitteln z.B. Herzschrittmacher, im zahnmedizinischen Bereich gehören hierzu unter anderem Zahnkronen oder Implantate.

Mehrkostenvereinbarung

Eine schriftliche Vereinbarung zwischen Patient und Zahnarzt, mit der der Patient sein Einverständnis erklärt, eine höherwertige Zahnfüllung selbst zu bezahlen. Ein Beispiel für eine höherwertige Füllung ist z.B. eine Kunststofffüllung im Seitenzahnbereich.

Metallverblendkrone / Metallverblendung

Metallverblendkrone ist eine Metallkrone, die aus ästhetischen Gründen mit zahnfarbendem Material aus Kunststoff oder Keramik überzogen wird. Wird nur ein Teil der Krone zahnfarben überzogen spricht man von einer Teilverblendung – wird der komplette Zahn zahnfarben überzogen spricht man von einer Vollverblendung.

Mundhygiene

Mundhygiene dient zur Vorbeugung von Zahnerkrankungen wie Karies und Parodontitis. Es gibt verschiedene Maßnahmen zur Mundhygiene, etwa die Zähne putzen mit einer Zahnbürste oder auch das Benutzen von Hilfsmitteln zur Reinigung der Zahnzwischenräume (z.B. Zahnseide, Interdentalbürstchen).

Nachbesserung

Reparatur oder Neuanfertigung. Bei fehlerhafter Behandlung eines Zahnarztes hat der Patient das Recht auf Nachbesserung. Der Zahnarzt muss im Rahmen einer zweijährigen Gewährleistungsfrist bei Füllungen und bei der Versorgung mit Zahnersatz den Zahn oder das Zahnmaterial kostenlos reparieren bzw. neu herstellen.

Parodontaler Screening Index / PSI

Untersuchungsmethode zur Bewertung des Zahnfleischzustands zur Früherkennung von Parodontitis. Dabei untersucht der Zahnarzt das Zahnfleisch an verschiedenen Stellen eines jeden Zahnes mit einer Spezial-Sonde. Ausgebildete Zahnfleischtaschen bis drei Millimeter sind normal. Eine Tasche, die tiefer ist als 3,5 Millimeter, deutet darauf hin, dass sich der Zahnhalteapparat schon verändert hat und krank ist. Je größer der PSI-Wert, desto behandlungsbedürftiger ist der Zahn. Diese Untersuchung ist für gesetzlich Krankenversicherte alle zwei Jahre kostenlos.

Parodontitis

Parodintis ist eine Entzündung des Zahnhalteapparates, die unbehandelt zu Zahnlockerungen und Zahnverlust führen kann. Symptome wie Zahnfleischbluten oder rotes, geschwollenes Zahnfleisch können auf eine Parodontitis hindeuten.

Periimplantitis

Entzündung eines Zahnimplantats, die unbehandelt zum Verlust des Implantats führen kann. Wie am natürlichen Zahn so lagern sich auch an Implantaten Beläge ab, die aus Speiseresten, Bakterien und Speichelbestandteilen bestehen. Werden diese Beläge nicht regelmäßig gründlich entfernt, so entsteht zunächst eine Entzündung der Schleimhaut über dem Implantat. Greift die Entzündung auch den Knochen an, kommt es zum Knochenabbau um das Implantat.

Politur / Polieren

Auftragen einer Politurcreme mittels rotierender Bürsten auf den Zahn, um das Anhaften neuer Bakterien zu erschweren. Das Polieren von Zähnen ist ein wichtiger Behandlungsschritt bei der Durchführung einer professionellen Zahnreinigung.

Professionelle Zahnreinigung / PZR

Die Entfernung von Belägen auf den Zähnen, in den Zahnzwischenräumen und an der erreichbaren Zahnwurzeloberfläche, also auch unterhalb des Zahnfleischsaums mit Spezialinstrumenten. Der Nutzen der professionellen Zahnreinigung etwa zur Vorbeugung von Karies und Parodontitis ist umstritten.

Prothese

Herausnehmbarer Zahnersatz, der aus Kunststoff und den darauf befestigten künstlichen Zähnen besteht. Man unterscheidet zwischen Total- und Teilprothesen. Totalprothesen dienen der Versorgung eines zahnlosen Kiefers oder des gesamten zahnlosen Mundes. Teilprothesen sind herausnehmbare Prothesen, die an den verbliebenen Zähnen im Mund verankert sind.

Ratenzahlung

Schrittweise Bezahlung einer Leistung, in der Regel in festen Zeitabschnitten und Beträgen. Insbesondere bei der Finanzierung von teurem Zahnersatz oder bei kieferorthopädischen Behandlungen bieten viele Zahnärzte ihren Patienten die Möglichkeit einer Ratenzahlung an.

Regelversorgung

Kassenleistungen im Bereich der Versorgung mit Zahnersatz. Regelversorgung beinhaltet Leistungen, die als ausreichend, notwendig und wirtschaftlich gelten und deren Nutzen wissenschaftlich überprüft wurde (Beispiel: Vollmetallkrone im Seitenzahnbereich).

Retainer

Ein Retainer verhindert, dass die Zähne nach einer kieferorthopädischen Therapie in ihre alte Fehlstellung zurück wandern. Man unterscheidet herausnehmbare und feste Retainer. Ein festsitzender Retainer ist ein feiner Draht, der auf die Innenseite der Zähne geklebt wird. Ein herausnehmbarer Retainer ähnelt einer klassischen Zahnspange und wird meist nachts getragen.

Retention / Retentionsphase

Nachbehandlung im Anschluss an die eigentliche kieferorthopädische Behandlung, bei der die neue Zahnstellung mit Hilfe eines Retainers gesichert wird. Die Kosten für die Anschlussbehandlung tragen die gesetzlichen Krankenkassen bis zu zwei Jahre lang.

Satzungsleistung

Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen, die über den gesetzlich festgeschriebenen Leistungskatalog hinaus gewährt werden können. Zur bekanntesten Satzungsleistung in der zahnmedizinischen Versorgung gehört die Professionelle Zahnreinigung (PZR).

Seitenzahnbereich / Seitenzahn

Zum Seitenzahnbereich gehören alle Backenzähne im Ober- und Unterkiefer, in der Fachsprache auch als Prämolare (vordere Backenzähne) und Molare (hintere Backenzähne) bezeichnet. Es ist der im Normalfall beim Essen und Sprechen nicht sichtbare Teil des Zahnraums.

Selektivvertrag

Vertrag zwischen einer Krankenkasse und bestimmten Leistungserbringern (z.B. Zahnärzten) zur Gewährung zusätzlicher Versorgungsleistungen, die über den normalen Leistungskatalog der Krankenkasse hinausgehen. So gibt es z.B. Selektivverträge zur Professionellen Zahnreinigung oder zu Zahnersatz.

Speicheltest

Durch einen Speicheltest (Kariesrisikotest) soll die Menge an kariesverursachenden Bakterien bestimmt werden. Damit soll ermöglicht werden, das bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägte Kariesrisiko individuell festzustellen. Der Nutzen dieses Tests gilt als umstritten.

Steigerungssatz / Gebührensatz

Das Honorar für (zahn-)ärztliche Leistungen berechnet sich aus dem Leistungsentgelt und einem vom (Zahn-)Arzt festzulegenden Steigerungssatz. Ärzte wie Zahnärzte dürfen zwischen dem 1,0- und dem 3,5-fachen des Gebührensatzes abrechnen. Ab Faktor 2,4 wird eine schriftliche Begründung für die Überschreitung auf der Rechnung benötigt. Ein Steigerungssatz von mehr als 3,5 ist nur im Bereich der Zahnmedizin zulässig und bedarf einer gesonderten schriftlichen Vereinbarung zwischen Patient und Zahnarzt.

Veneers

Sind dünne Verblendschalten aus Keramik, die auf den Zahn geklebt werden und kleine Fehlstellungen, Lücken oder Verfärbungen kaschieren. Der Begriff kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt "Fassade".

Wahltarif

Sind spezielle, freiwillige wahrzunehmende Spar- und Versorgungsangebote, die gesetzliche Krankenkassen ihren Mitgliedern anbieten, die aber an Bedingungen geknüpft sind.

Wurzelbehandlung

Behandlung der Zahnwurzel und ihrer Kanäle . Der Zahn wird von innen gereinigt, indem erkranktes Gewebe entfernt wird und vorhandene Bakterien abgetötet werden. Anschließend wird die Zahnwurzel dicht aufgefüllt, so dass ein weiteres Eindringen von Bakterien verhindert wird.

Zahn-Auktionsportale / Auktionsportale

Portale im Internet, auf denen Patienten ihren Kostenvoranschlag vom Zahnarzt zum Preisvergleich einstellen können. Angemeldete Zahnärzte haben dann die Möglichkeit, ein günstigeres Gebot abzugeben.

Zahnersatz

Versorgungsmöglichkeiten, um fehlende Zähne zu ersetzen. Dazu gehören Kronen, Brücken, Prothesen und Implantate. Für Zahnkronen, Brücken oder Prothesen zahlt die Krankenkasse Festzuschüsse. Diese decken 50 Prozent der durchschnittlichen Kosten für die zahnmedizinisch notwendige Versorgung ab, - die sogenannte Regelversorgung. Implantate werden zu 100% als Privatleistung abgerechnet.

Zahnfleischtasche

Durch Entzündungen kann sich das Zahnfleisch vom Knochen zurückziehen; der Spalt, der dabei entsteht nennt sich Zahnfleischtasche. Zahnfleischentaschen sind ein Zeichen für eine beginnende Parodontitis, die zu Zahnlockerung und Zahnverlust führen kann.

Zahnmedizinische Fachangestellte / Prophylaxe Assistentin

Zahnmedizinische Fachangestellte (frühere Bezeichnung: Zahnarzthelfer/in), die vorwiegend in Zahnarztpraxen zur Unterstützung der Ärzte arbeiten. Die besonders auf die Durchführung einer professionellen Zahnreinigung geschulten Mitarbeiter nennt man auch Prophylaxe-Assistenten.

Zahnschema

Ist ein Nummerierungssystem, um einen Zahn in seiner Position im Kiefer eindeutig benennen zu können. Zahnschemata werden z.B. zur Befunddokumentation, bei der Behandlungsplanung und der Erstellung eines Heil- und Kostenplans verwendet. Das international anerkannte Zahnschema ist das FDI-Schema.

Zahnstein

Bezeichnet die harten Beläge auf den Zähnen. Wenn der schützende Biofilm auf den Zähnen von Bakterien und Zucker aus Nahrungsresten besiedelt wird, entstehen weiche Zahnbeläge (Plaque). Werden diese weichen Beläge nicht durch Zähneputzen regelmäßig entfernt, verhärten sie und es entsteht Zahnstein.

Zahnwurzel / Wurzel

Der Teil vom Zahn, mit dem der Zahn im Kiefer verankert ist. Die vorderen Zähne besitzen in der Regel eine Wurzel, während die weiter hinten liegenden Zähne bis zu drei Wurzeln aufweisen. Entzündungen in der Zahnwurzel oder an der Wurzelspitze sind häufig sehr schmerzhaft und können ohne Behandlung zur Zerstörung des Zahnes führen.

Zahnzusatzversicherung

Eine spezielle Form der privaten Krankenzusatzversicherung, die die Kosten von Zahnleistungen abdeckt, die gar nicht oder nur zum Teil von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Dazu gehört vor allem die Versorgung mit Zahnersatz, für den die gesetzlichen Kassen im Normalfall lediglich einen Festausschuss gewähren, der die Hälfte der Kosten abdeckt.

Zahnzwischenraumbürsten

Werden auch Interdentalbürsten genannten und sollen die mit der Zahnbürste nur schwer erreichbaren Zahnzwischenräume von Belägen befreien. Die Bürsten sind in verschiedenen Stärken erhältlich, für verschiedene Zwischenräume im vorderen oder hinteren Gebiss sollten auch verschiedene Größen angewendet werden.

Zweitmeinungsmodell

Kostenlose Beratungsmöglichkeit für gesetzlich Krankenversicherte zu einer geplanten Behandlung mit Zahnersatz. Die Beratung wird von Zahnärzten durchgeführt, die an der eigentlichen Behandlung nicht beteiligt sind. Konkret soll der Patient eine seriöse Zweitmeinung zu seinem Heil- und Kostenplan für Zahnersatz erhalten. Das Zweitmeinungsmodell wurde von den Kassenzahnärztlichen Vereinigungen in Deutschland entwickelt.

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz BMJV